Zehn Frauen – sechs aus Vietnam, eine aus China, eine aus Tschechien und zwei aus Deutschland – hat die Polizei bei einer Durchsuchungsaktion am vergangenen Dienstag in Münchner Wohnungen angetroffen. Sie alle stehen im Verdacht, der verbotenen Prostitution nachgegangen zu sein, weil ihre Wohnungen allesamt im Münchner Sperrbezirk liegen, wo Prostitution grundsätzlich nicht erlaubt ist. Die Frauen aus den asiatischen Ländern verfügen außerdem nicht über gültige Aufenthaltstitel.Außerdem wurden Wohnungen von Personen durchsucht, die im Verdacht stehen, die Frauen eingeschleust und sich von ihnen für die Wohnungen eine angebliche Miete bezahlen zu lassen. Diese lag nach Angaben der Polizei bei einem mittleren dreistelligen Betrag pro Woche.Das Ermittlungsverfahren richtet sich jetzt gegen vier Deutsche, drei Männer und eine Frau, im Alter zwischen 42 und 72 Jahren. Alle vier sind polizeibekannt, auch wegen Prostitutionsdelikten. Der 72-Jährige gilt wohl als Haupttäter – gegen ihn wurde Untersuchungshaft angeordnet. Bei ihm und einer 64-jährigen Frau wurde zudem ein Arrest über Vermögen im hohen sechsstelligen Bereich verfügt. Der Betrag wird nun auf ihren Konten eingefroren.Neben den Objekten in München wurden zwei Wohnungen im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen durchsucht, wo zwei der Tatverdächtigen wohnen. Neben den Vermögensarresten wurden zahlreiche Handys und andere Kommunikationsgeräte, Bargeld sowie ein Auto und ein Motorroller beschlagnahmt, insgesamt ein Wert im fünfstelligen Bereich.Bei den Durchsuchungen wurden in den Wohnungen vier Freier angetroffen; sie werden in dem Verfahren nun als Zeugen geführt. Auf die Frauen warten neben den Verfahren wegen unerlaubter Prostitution möglicherweise auch noch weitere wegen möglicher ausländerrechtlicher Verstöße. Gegen die vier Deutschen wird unter anderem wegen Menschenhandel und Einschleusen von Ausländern ermittelt.
München: Polizei stoppt illegale Prostitution – Verdacht auf Menschenhandel
Die Münchner Polizei hat zehn Frauen mutmaßlich der illegalen Prostitution überführt. Vier weitere Personen stehen nun unter Verdacht des Menschenhandels.






