Die U.S. Army hat erstmals einen Testschuss mit scharfer Munition eines Hyperschallsprengkopfes abgefeuert. Der Test fand am Yuma Proving Ground (YPG), ein rund 3360 km² großes, militärisches Testgelände statt, wie The Outpost, eine dortige Standortzeitung der U.S. Army schreibt (PDF). Zum Einsatz kam dabei das riesige, stationäre Artillerie-Geschütz Heavy Artillery Test System (HATS) oder eine modifizierte Version davon. Dabei handelt es sich um eine Kanone, die im Rahmen des „Strategic Long Range Cannon“-Projektes (SLRC) entwickelt worden war. Das Projekt ist jedoch bereits eingestellt worden.

Das HATS ist darauf ausgelegt, Sprengköpfe auf Hyperschallgeschwindigkeit jenseits von Mach 5 zu beschleunigen. Damit sollen dann Ziele in 1600 km und darüber hinaus getroffen werden können. Die Beschleunigung eines Geschosses auf Hyperschallgeschwindigkeit ist nicht trivial.

Normalerweise werden dafür Hyperschallraketen verwendet. Diese Technik ist jedoch aufwendig und entsprechend kostspielig. Deshalb testet die U.S. Army den Einsatz eines „kanonenbasierten Testsystems“. Der Sprengkopf wird dabei auf Hyperschallgeschwindigkeit beschleunigt und entfaltet seine hohe Zerstörungskraft zusätzlich zum Sprengstoff aus seiner enormen kinetischen Energie, die sich beim Aufprall im Ziel entfaltet. Das Geschoss muss dazu nicht übermäßig groß sein, um größere Zerstörungen anzurichten