PfadnavigationHomeRegionalesHamburgGroßstadtverkehrImmer mehr Unfälle mit LinienbussenStand: 09:09 UhrLesedauer: 3 MinutenBusfahrer haben es nicht leicht – der Verkehr in Großstädten wie Hamburg wird eine immer größere HerausforderungQuelle: Marcus Brandt/dpaImmer mehr Busse, immer mehr Unfälle – in Hamburg prallen dichter Takt und enge Straßen aufeinander, während die Hochbahn die eigene Sicherheitsschwelle verteidigt.Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Bussen in Hamburg ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. So sind im vergangenen Jahr 2724 Verkehrsunfälle registriert worden, an denen Busse beteiligt waren, wie ein Sprecher der Hamburger Polizei auf Anfrage sagt. Das sind durchschnittlich mehr als sieben Unfälle an einem Tag. In der Regel sind es kleinere Unfälle mit Blechschäden. 2016 noch wurden in der Polizeistatistik 1580 Unfälle mit Bussen aufgenommen - also gut 1100 weniger als 2025.Lesen Sie auchDoch nicht immer gehen diese Unfälle vergleichsweise glimpflich aus: 2025 wurden bei den Unfällen mit Bussen 631 Menschen verletzt, 2024 waren es 658 und 2016 insgesamt 444 Menschen. In den vergangenen zehn Jahren haben zudem 13 Menschen den Busunfall nicht überlebt. Zwei davon starben in diesem Jahr.In der Polizeistatistik ist auch aufgeführt, wer Verursacher eines Unfalls ist. Im vergangenen Jahr waren bei den 2724 Unfällen mit Bussen 1886 Mal Busfahrer und Busfahrerinnen die Verursacher und 838 Mal andere Verkehrsteilnehmer.Bei den häufigsten Unfallgründen liegt mit Abstand ein fehlerhafter Fahrstreifenwechsel des Verursachers an der Spitze der Statistik, gefolgt von Fehlern beim Wenden oder Rückwärtsfahren, beim Einfädeln in den fließenden Verkehr und beim Linksabbiegen.Hochbahn AG zählt auch kleinere UnfallschädenZu einer weitaus höheren Zahl an Unfällen mit Bussen kommt das größte Nahverkehrsunternehmen der Hansestadt, die Hamburger Hochbahn AG. Sie hat in ihrer Statistik für das Jahr 2025 insgesamt 6461 Unfälle aufgelistet. „Der überwiegende Anteil dieser Ereignisse sind sogenannte Blechschäden, bei denen keine Personen zu Schaden kommen“, sagt Sprecherin Ina Jencke. Auch kleinere Schrammen am Bus würden dazugezählt.Zu Unfällen mit Personenschäden, die eine Einlieferung in ein Krankenhaus erforderlich gemacht haben, sei es 2025 in 181 Fällen gekommen. Bei 463 Unfällen erfolgte demnach eine ambulante Versorgung der Verletzten vor Ort. Dazu zählten auch Fälle von Menschen, die ohne Fremdeinwirkung beim Ein- und Aussteigen mit dem Fuß umknicken.Zahl der Busse und Fahrgäste gestiegenAuch in der Statistik der Hochbahn AG nimmt die Zahl der Unfälle mit Bussen in den vergangenen Jahren signifikant zu. 2022 waren es demnach 4847 Unfälle, 129 Menschen mussten ins Krankenhaus, 511 wurden ambulant behandelt. 2023 kam es zu 5420 Unfällen (165 Verletzte im Krankenhaus behandelt, 474 ambulant), 2024 zu 6108 Unfällen (151 Verletzte im Krankenhaus behandelt, 451 ambulant).Im ersten Halbjahr dieses Jahres ereigneten sich nach Angaben der Hochbahn AG bereits 3197 Unfälle mit Bussen. Dabei sei es zu einigen schwereren Busunfällen gekommen, die sich auch in der öffentlichen Wahrnehmung eingeprägt hätten. Dabei kamen zwei Menschen ums Leben. 74 Verletzte wurden im Krankenhaus behandelt, 201 ambulant. In den Vorjahren habe es keine Todesopfer gegeben, sagt die Hochbahn-Sprecherin.„Die Unfälle bewegen sich im Verlauf der letzten Jahre relativ gesehen stets auf einem ähnlichen Niveau, berücksichtigt man eine sukzessive steigende Anzahl an Bussen sowie Fahrgästen“, erklärt Jencke. 2022 habe die Hochbahn noch 890 Busse im Einsatz gehabt und 212 Millionen Fahrgäste befördert. Aktuell seien täglich 910 Busse auf Hamburgs Straßen unterwegs, 2025 wurden 261 Millionen Fahrgäste transportiert.„Sicherheit der Fahrgäste hat oberste Priorität“Die Hochbahn führe durchschnittlich fast 16.000 Busfahrten pro Werktag durch. Der Anteil an Unfällen mit Personenschäden am Gesamtfahrgastaufkommen liege damit bei 0,0003 Prozent. „Für uns als Nahverkehrsunternehmen hat die Sicherheit unserer Fahrgäste oberste Priorität“, sagt Jencke.Die Busfahrerinnen und Busfahrer würden zum Start in ihren Beruf eine umfassende Ausbildung in der betriebseigenen Busfahrschule erhalten, der hohe Anspruch an Qualität und Sicherheit setze sich im Berufsalltag fort. „In regelmäßigen Abständen schulen wir unsere Fahrerinnen und Fahrer nach und überprüfen stichprobenartig das Fahrverhalten, unabhängig von Unfallereignissen“, betont die Hochbahn-Sprecherin.lno/jlau