PfadnavigationHomePanoramaMordfall Fabian„Hast du einen Dachschaden?“ – Angeklagte Gina H. pöbelt ihre eigene Schwester im Gerichtssaal anStand: 21:13 UhrLesedauer: 3 MinutenDie Angeklagte im Fall Fabian bei der Eröffnung des Prozesses im Oktober 2025Quelle: Jens Büttner/dpaIm Mordprozess im Fall Fabian wird die Angeklagte von ihrer eigenen Schwester belastet. Das BKA beschreibt Gina H. als egozentrisch. In ihrer Analyse fiel den Beamten eine entscheidende Abweichung auf.Im Prozess um den getöteten achtjährigen Fabian aus Güstrow ist es am Donnerstag vor dem Landgericht Rostock zu einem lautstarken Wortwechsel zwischen der Angeklagten Gina H. und ihrer jüngeren Schwester gekommen. Während deren Zeugenaussage musterte die wegen Mordverdachts angeklagte 30-Jährige sie skeptisch und gab ihren Unmut über Schilderungen zu ihrer Arbeitseinstellung einmal gut hörbar kund: „Hast du einen Dachschaden oder was?“, warf Gina H. ihrer Schwester an den Kopf. Der Vorsitzende Richter Holger Schütt ermahnte daraufhin beide.Lesen Sie auchDie Zeugin hatte zuvor ein zwiespältiges Bild ihrer älteren Schwester gezeichnet. Diese könne zwar liebevoll sein, sagte sie, werde aber sehr schnell aufbrausend, wenn etwas nicht ihren Vorstellungen entspreche. Es habe stets „alles nach ihrer Nase gehen“ müssen. Sie warf der Angeklagten vor, sich während der gemeinsamen Jugend mit Lügen in ein besseres Licht gestellt und Aufmerksamkeit erheischt zu haben.Die Zeugin beschrieb zudem eine schwere Zerrüttung der Familie. Die Schwester hat nach eigener Aussage schon länger keinen Kontakt mehr zur Angeklagten oder zu den Großeltern, bei denen beide ab einem bestimmten Alter aufgewachsen sind. Anders als die Angeklagte habe sie aber Kontakt zur gemeinsamen Mutter, die wegen des Mordprozesses „fix und fertig“ sei. Von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht machte sie keinen Gebrauch, anders als der Großvater, der ursprünglich am Freitag aussagen sollte.BKA beschreibt Angeklagte als egozentrisch und kontrollierendAm selben Verhandlungstag stellte auch das Bundeskriminalamt (BKA) eine Kommunikationsanalyse vor. Sie beschreibt Gina H. als egozentrisch, eifersüchtig und kontrollierend, mit einem großen Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und Anerkennung. Das Kommunikationsverhalten sei vor und nach dem Tod des Jungen überwiegend gleich geblieben, sagte einer der BKA-Fallanalytiker.Lesen Sie auchSo habe die 30-Jährige in ihren Sprach- und Textnachrichten ein „weiterhin konstant egozentrisches Verhalten“ gegenüber Fabians Vater gezeigt, auch als dessen Sohn vermisst wurde. Die Kommunikation habe typischerweise um ihre eigenen Bedürfnisse gekreist und sei von wenig Empathie geprägt gewesen. Fabians Vater sah sich demnach während der Beziehung und auch während einer zeitweisen Trennung regelmäßig mit Vorwürfen konfrontiert.Eine Abweichung fiel den Analytikern jedoch auf: Am Tag von Fabians Verschwinden habe sich die Frau verstärkt bei dem Vater erkundigt, warum dieser besorgt sei. Dieser hatte ihr zuvor mitgeteilt, dass ihm etwas Sorgen bereite, zunächst aber noch nicht gesagt, dass Fabian vermisst wird. Es folgte eine „sehr intensive Befragung“ des Vaters durch die Angeklagte, wie der Vorsitzende Richter es beschrieb. Nachfragen dieser Art habe man in den untersuchten vorhergehenden Nachrichten nicht gefunden, sagte der BKA-Beamte. Normalerweise habe sich die Frau wenig für das Befinden des Mannes interessiert.Die Staatsanwaltschaft wirft der Angeklagten vor, Fabian am 10. Oktober 2025 an einem Teich bei Klein Upahl, etwa 15 Kilometer südlich von Güstrow, erstochen und den Leichnam anschließend in Brand gesetzt zu haben. Das Motiv soll mit ihrer Beziehung zu Fabians Vater und deren zeitweisem Ende zusammenhängen. Der Donnerstag war der 20. Prozesstag, der Mammutprozess wurde nach einer vierwöchigen Pause fortgesetzt. Am Freitag steht der 21. Verhandlungstag an.rct
Fabian: „Hast du einen Dachschaden?“ – Angeklagte Gina H. pöbelt ihre eigene Schwester an - WELT
Im Mordprozess im Fall Fabian wird die Angeklagte von ihrer eigenen Schwester belastet. Das BKA beschreibt Gina H. als egozentrisch. In ihrer Analyse fiel den Beamten eine entscheidende Abweichung auf.








