PfadnavigationHomeWirtschaftDax-Konzern„Das ist Teil von etwas Größerem“ – Siemens streicht Hunderten Führungskräften den CheftitelStand: 19:03 UhrLesedauer: 2 MinutenWeitere DAX-Unternehmen haben ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Siemens und die Deutsche Telekom legen starke Zahlen vor, die Commerzbank erzielt ein Rekordergebnis. Börsenexperte Volker Schulz diskutiert mit Dietmar Deffner die Kursaussichten.Hunderte Siemens-Manager verlieren ihre prestigeträchtigen Cheftitel. Mitten im Rekordlauf treibt der Konzern einen tiefgreifenden Umbau voran, der das Unternehmen auf die Zukunft als integrierten Technologiekonzern ausrichten soll.Der Technologiekonzern Siemens treibt seinen Umbau zur sogenannten „One Tech Company“ voran und streicht dabei Hunderte Führungstitel. Darüber berichtet das „Handelsblatt“. Wie Vorstandschef Roland Busch den Führungskräften des Unternehmens mitteilte, sollen zahlreiche Titel wie „CEO“ oder „CFO“ unterhalb des Vorstands entfallen. Nach Konzernangaben gibt es weltweit rund 300 Träger solcher „C“-Titel in Landesgesellschaften und Geschäftseinheiten. Künftig sollen viele Manager stattdessen Funktionen wie „President“, „Head of“ oder „Managing Director“ übernehmen, schreibt das „Handelsblatt“.Busch bezeichnete den Schritt als Teil eines tiefgreifenden Kulturwandels. „Diese Veränderung ist Teil von etwas Größerem. Sie ist Teil eines umfassenden kulturellen Wandels – vielleicht der größten Transformation, die Siemens jemals durchlaufen hat: der Entwicklung zu einer ‚One Tech Company‘“, sagte er Teilnehmern eines Führungskräfte-Calls zufolge. Siemens wolle sich von einer Struktur mit weitgehend eigenständigen Bereichen zu einem stärker integrierten Technologiekonzern entwickeln. Der Wegfall der Titel sei keine Degradierung, betonte Busch. Beobachter rechnen dennoch mit Unmut, da die Maßnahme für viele Betroffene einen symbolischen Statusverlust bedeutet.Steigende AuftragszahlenDie Reform fällt in eine Phase starker Geschäftsentwicklung. Siemens legte für das dritte Quartal Rekordzahlen vor. Der Auftragseingang stieg um 13 Prozent auf 27,9 Milliarden Euro, der Umsatz erhöhte sich auf 20,8 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis im Industriegeschäft kletterte auf 3,5 Milliarden Euro. Angesichts der guten Entwicklung hob der Konzern seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr an.Lesen Sie auchParallel arbeitet Siemens an weiteren strategischen Veränderungen. Dazu gehört die geplante Abspaltung der Medizintechnik-Tochter Siemens Healthineers, über die die Aktionäre Anfang 2027 entscheiden sollen. Zudem werden im Konzern Führungsrollen neu zugeschnitten. Die Manager Cedrik Neike und Peter Körte, die als mögliche Nachfolger von Busch gelten, erhalten im Zuge des Umbaus neue Aufgaben und Titel.Lesen Sie auchDer Konzern begründet die tiefgreifenden Veränderungen mit seiner starken Marktposition in Bereichen wie Industriesoftware, Automatisierungstechnik und Künstlicher Intelligenz. Siemens wolle den Umbau aus einer Position der Stärke heraus vollziehen und sich so auf die nächste Wachstumsphase vorbereiten.krö