Elektroautos boomen in Deutschland. Wie das Kraftfahrt-Bundesamt kürzlich bekanntgab, stieg ihr Anteil im ersten Halbjahr 2026 um rund 48 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025.Doch ein Unternehmen, das eigentlich eine zentrale Rolle im deutschen E-Auto-Markt spielt, profitiert von dem jüngsten E-Fahrzeug-Boom in Deutschland weniger, als es könnte: der Elektroautopionier Tesla.Der Konzern mit weltweit rund 135.000 Mitarbeitenden produziert in der Gigafactory Berlin-Brandenburg in Grünheide das Model Y für den europäischen Markt und stellt dort Batteriezellen her. Elon Musk 2024 bei einem Wahlkampfauftritt für Donald Trump. © AFP/ANGELA WEISS Obwohl hierzulande im ersten Halbjahr fast jedes vierte neu zugelassene Auto einen Elektromotor hatte, liegt Teslas Marktanteil bei knapp zwei Prozent – deutlich unter dem Höchststand von 2,6 Prozent im Jahr 2022. Das geht aus einer Studie der Marktforschungsunternehmen Uranos (Hamburg) und Dynata (Connecticut, USA) hervor, über die der „Spiegel“ berichtet.Die Marke Tesla ist nicht so stark wie vor ein paar Jahren.Björn Welzel, Mitgründer des Marktforschungsunternehmens UranosTesla verkaufte demnach im Jahr 2022 fast 70.000 Autos. Im ersten Halbjahr 2026 waren es nur knapp 29.000. „Die Marke Tesla ist nicht so stark wie vor ein paar Jahren“, sagt Uranos-Mitgründer Björn Welzel dem „Spiegel“. Der Grund dafür liege primär in der Person Elon Musk: „Der Marktanteil könnte viel höher sein, wenn er sich politisch nicht so positioniert hätte.“ Sympathie für die rechtsextreme AfD Musk hatte 2025 zeitweise für die Regierung von US-Präsident Donald Trump gearbeitet und mehrfach seine Sympathie für die rechtsextreme AfD bekundet. Das trug dazu bei, dass sich viele Kunden von Tesla abwandten, wie Uranos seinerzeit analysierte.Nun haben Uranos und Dynata erneut Autofahrer befragt. In einer Stichprobe von 1031 Tesla-Besitzern und potenziellen E-Auto-Käufern ermittelten die Marktforscher deren Haltung zu Tesla und Musk.Generell zeigt die Befragung laut „Spiegel“, dass der Umstieg auf ein E-Auto vorwiegend auf Umweltbewusstsein (51 Prozent) und Kostenvorteile (49 Prozent) zurückgeht. Das lasse sich mit der neuen Kaufprämie für E-Autos sowie mit dem durch den Iran-Krieg gestiegenen Benzinpreis erklären. In der Gigafactory Berlin-Brandenburg werden Fahrzeuge vom Typ Tesla Model Y produziert. © dpa/Patrick Pleul Davon profitiert der Untersuchung zufolge auch Tesla. Die Umfrage zeige, dass sich Befürworter für Tesla interessieren, weil sie die Marke für innovativ halten (56 Prozent), auf ein E-Auto umsteigen wollen (52 Prozent) oder von Teslas technologischer Leistung überzeugt sind (43 Prozent).Tesla-Gegner begründeten ihre Ablehnung dagegen hauptsächlich mit politischen oder kontroversen Aussagen von Musk (50 Prozent) sowie mit seinem Verhalten in der Öffentlichkeit (44 Prozent).Die Einstellung von Tesla-Fans und -Gegnern ist weniger durch Alter oder Einkommen als durch ihre Weltanschauung geprägt. „Das Pro-Lager denkt neoliberal, das Kontra-Lager ist links-progressiv geprägt“, sagt Marktforscher Welzel.In den frei formulierten Antworten der Befragten zeige sich, wie sehr Musk polarisiere. „Elon Musk ist für mich ein starker Vertreter des modernen Faschismus“, sagt etwa ein Gegner. Ein Anhänger sieht in ihm dagegen einen „guten Mann, dem wir Meinungsfreiheit verdanken in Zeiten des Linksfaschismus“. (Tsp)
Musks schlechtes Image bremst Tesla: „Der Marktanteil könnte höher sein, wenn er sich politisch nicht so positioniert hätte“
Tesla-Chef Elon Musk polarisiert mit seinem kontroversen politischen Auftreten. Das wirkt sich offenbar auch auf den Absatz der Elektroautos des Konzerns aus, wie eine neue Studie zeigt.









