Schon kurz nach der Abfahrt aus Warschau meldete sich der Zugbegleiter des Berlin-Warszawa-Expresses über die Lautsprecher. Die Durchsage war knapp: In Frankfurt (Oder) endet die Zugfahrt. Zwischen der deutsch-polnischen Grenze und Berlin hat die Deutsche Bahn einen Schienenersatzverkehr eingerichtet. Die letzten Kilometer bis in die Hauptstadt müssen mit Reisebussen zurückgelegt werden. Im Abteil machte sich sofort Unmut breit. Einige Fahrgäste stöhnten hörbar, andere griffen zu ihren Handys und suchten nach Alternativen.

Voll besetzter Bus im Hochsommer

Der Zugbegleiter sprach in einem fast entschuldigenden Ton. Beinahe wirkte es, als wolle die polnische Bahn vorsorglich klarstellen, dass das bevorstehende Chaos nicht ihre Verantwortung sei. Fünf Stunden später, pünktlich in Frankfurt (Oder), wurde klar, warum.

Noch während der Fahrt hatten wir eine Entscheidung getroffen. Mit zwei kleinen Kindern, zwei Kinderwagen und mehreren schweren Koffern in einen überfüllten Reisebus einzusteigen, kam für uns nicht infrage. Also suchten wir nach einer Alternative. Die Bahn-App schlug einen Regionalexpress nach Königs Wusterhausen vor. Zwar hätten wir in Frankfurt (Oder) fast eine Stunde warten müssen. Trotzdem erschien uns diese Verbindung deutlich angenehmer als ein voll besetzter Ersatzbus mitten im Hochsommer.