PfadnavigationHomeWissenschaftStrategie gegen TrauerDelfinmutter trägt ihr totes Kalb durchs Meer – tagelangStand: 13:18 UhrLesedauer: 2 MinutenDie Delfinkuh „Fraggle“ mit ihrem verstorbenen NachwuchsQuelle: geographemarineresearch/instagramVideoaufnahmen zeigen einen Trauerzug von Delfinen, die eine Mutter mit ihrem toten Kalb begleiten. Besonders ein Detail beeindruckt Forscher, als sie das komplexe Verhalten der Meeressäuger untersuchen.Es sind berührende Aufnahmen vor der Küste Australiens: Eine Delfinkuh trägt ihr verstorbenes Kalb vor sich her. Die Mutter wird von weiteren Meeressäugern aus ihrer Gemeinschaft begleitet – wie in einem Trauergeleit bei einer Beerdigung.Das Video wurde am 20. Juli von der Walschutzorganisation Geographe Marine Research gepostet. Die Gruppe kannte die Delfinmutter schon länger und hatte sie „Fraggle“ getauft. Nachwuchs im Winter sei eine Herausforderung für das Überleben neugeborener Delfine, schrieben die Meeresbiologen in einem Post in den sozialen Medien. Das Kalb war erst zwei Wochen alt. Nachdem es mehrere Tage an einer Atemwegserkrankung gelitten hatte, sei es dieser schließlich erlegen. Es war nicht das erste Kalb, das „Fraggle“ verlor. Die Meeresschutzgruppe schrieb: „Wir hatten noch Hoffnung, dass sie eine Chance hat, wieder eine Mutter zu sein. Sie hat nun ihre letzten vier Kälber verloren.“Dass Meeressäuger trauern, ist nicht ungewöhnlich. Die Walschutzgruppe erklärte, Delfine würden ihre verstorbenen Kälber oft während einer Trauerzeit mit sich tragen. Diese könne mehrere Tage dauern, sei für die Hinterbliebenen jedoch eine körperliche Belastung. „Irgendwann muss sie loslassen und essen, um zu überleben. Dieser Tag ist nahe.“Lori Marino, eine Neuroforscherin und Gründerin des Whale Sanctuary Project, ordnet die Bilder gegenüber der „New York Times“ ein: „Es ist absolut klar, dass es sich um eine Mutter handelt, die um ihr Kind trauert.“Lesen Sie auchSie sagte, schon früher sei es Meeresforschern gelungen, ähnliche Szenen auf Video einzufangen. Besonders an dieser Aufnahme seien die anderen Delfine in der Umgebung der Mutter. „Sie sind ihr nahe“, sagte Marino. „Es ist nicht nur sie mit ihrem toten Kalb. Da ist eine Form der Anerkennung vom gesamten Schwarm sichtbar, dass hier etwas passiert.“Lesen Sie auchEmotionale Verbindungen und ausgeprägtes Sozialverhalten zwischen Meeressäugern sind seit Längerem bekannt. Wissenschaftler hatten beispielsweise beobachtet, wie Pottwale kalbende Mütter bei der Geburt unterstützen. Kürzliche Aufnahmen dagegen zeigen auch die andere, weniger nette Seite der Natur, die teils faszinierende Strategien hervorbringt: So sind Orcas dafür bekannt, mit ihrer Beute zu spielen. In Aufnahmen war kürzlich zu sehen, wie Orcas einen gigantischen Mondfisch durch Rammen in hunderte Stücke zerstäuben. Forscher vermuten neben dem spielerischen Aspekt, dass dies jüngeren Orcas die Nahrungsaufnahme erleichtern sollte. Und tatsächlich wurde ein Orca-Jungtier beobachtet, wie es kleinere Teile des Mondfisches fraß.