Die Geschichte beginnt schon vor vielen Monaten mit dem Gedanken, Wassermelder im smarten Heim zu installieren. Wasserschäden treten weitaus öfter auf als Brände und sind mit 60 Prozent der häufigste Grund für Schadenmeldungen bei Versicherungen. Brände machen nur 10 bis 15 Prozent aller Schadenfälle aus.Wir hatten bislang viele smarte Sensoren von Eve Systems im Einsatz und waren damit eher unzufrieden. Der Wassermelder von jenem Hersteller kostet 100 Euro, verlangt eine eigene Steckdose und arbeitet mit einem zwei Meter langen Sensorkabel, das auf die zu beobachtende Fläche zu legen ist. Alle Waschbecken und den Waschkeller damit zu versehen, erschien uns zu teuer und zu aufwendig.Auf der anderen Seite hatten wir zu dem Zeitpunkt viele gute Erfahrungen mit der Überwachungskamera G5 Pro von Aqara gemacht, und ständig ploppte Werbung für günstige Sensoren des chinesischen Herstellers bei Ali Express auf. Gesagt, getan, wir kauften ein halbes Dutzend Wassermelder zum Stückpreis von wenigen Euro in China, legten noch Tür- und Fenstersensoren in den Einkaufswagen und sodann ein paar Messgeräte für Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Ali Express verschickte nicht nur die Ware, sondern auch rund 40 E-Mails im laufenden Versandprozess. In zwei Wochen war die Bestellung abgeschlossen.Auf welche Funkprotokolle es ankommtIn Deutschland kauften wir für 120 Euro den dazu passenden Smart-Home Hub M3 von Aqara, der alle Funkprotokolle rund ums vernetzte Heim verbindet, also WLAN, Bluetooth, Zigbee, Thread und Matter. Er dockt auch an die Smarthome-Welten von Apple, Amazon, Google, Samsung und Home Assistant an. Der Hub sieht aus wie eine Streamingbox, etwa Apple TV, benötigt eine Steckdose und hat für Warnmeldungen sogar einen Lautsprecher eingebaut.Heimzentrale: Der Hub M3 unterstützt alle erdenkbaren Funkprotokolle.HerstellerEinige Wochen später hatten wir jeweils einen Wassersensor unter jedem Waschbecken und im Heizungs- und Waschkeller installiert. Die Sensoren sind etwas größer und dicker als eine Zweieuromünze und erfassen Wasser mit zwei Kontakten an der Unterseite. Dann trat der Ernstfall ein.An einem Sonntag schlug der Sensor Alarm, nicht nur über die Smartphone-App auf dem Handy, sondern auch im Haus über den Lautsprecher im Hub. Nach dem Wegdrücken des Alarms stellten wir fest, dass es tatsächlich an der wenige Tage zuvor vom Handwerker installierten Armatur im Gäste-WC tropfte. Nur sehr wenig, aber rund um den Sensor war es feucht, und der erledigte seinen Job mit Bravour. Auch in der Küche hatten wir mittlerweile einen Alarm, zu Recht. Fehlalarme gab es in den vergangenen Wochen nicht, wir sind zufrieden. Rechnet man die Kosten von Hub und Sensoren zusammen, kann man für kleines Geld unauffällig und einfach jeden möglicherweise gefährdeten Ort im Haus schützen.Der Hub M3 ist bei uns in der Mitte des Hauses aufgebaut, er versorgt damit mühelos nicht nur die Wassermelder, sondern auch die Temperatur- und Luftfeuchtigkeitssensoren. Wir haben davon ein halbes Dutzend installiert und sehen sofort, wenn die Luftfeuchtigkeit im Sportraum nach schweißtreibenden Aktivitäten sehr hoch ist oder im Badezimmer nach dem Duschen. Im Unterschied zu den davor verwendeten Sensoren von Eve Energy sind alle Daten aller Sensoren in der App sofort ablesbar. Sie müssen nicht mit Bluetooth zunächst ins Smartphone geholt werden.Wie es mit Pushnachrichten aussiehtEin weiterer Unterschied: Aqara erlaubt den Versand von Pushnachrichten, sobald ein Sensor die Überschreitung bestimmter Werte erkannt hat. Wird im Bad wiederholt das Lüften vergessen und steigt die Luftfeuchtigkeit über 70 Prozent, gibt es sofort eine Nachricht auf dem Handy. Man muss das alles über Automatisierungen einrichten, aber die App ist sehr flexibel, insbesondere mit der Unterscheidung von Pushnachrichten und Warnmeldungen, die zum Einsatz des besagten Lautsprechers führen.Kann viel: Der Multisensor P100 ist so empfindlich, dass er diverse Jobs im Haus ausführen kann.HerstellerAuch die Anbindung an Apples Homekit läuft bei uns im Alltag rund. Wir haben spaßeshalber den Vibrationssensor T1, ebenfalls etwas größer als eine Münze, unter eine Stufe der Kellertreppe geklebt. In Apple Homekit wurde die Regel programmiert: Wenn der T1 nachts eine Vibration entdeckt, weil jemand die Kellertreppe hochgeht, dann schalte das Schlafzimmerlicht ein. Danach haben wir den Sensor an die Klappe des Briefkastens geklebt, aber die Funkdistanz schafft er nicht.Ein Neuzugang ist der Multisensor P100, der im Unterschied zu gängigen Tür- und Fenstersensoren keine zweite Komponente zum Erkennen eines Öffnungsvorgangs benötigt. Der Sensor an sich ist so empfindlich, dass er Bewegung, Sturz, Vibration und Neigung erfassen kann. Er eignet sich also nicht nur als Fenstersensor, sondern überwacht zum Beispiel auch die Briefkastenklappe, das Öffnen einer Schublade oder die Bewegung einer Tablettenbox. Der P100 kostet 30 Euro, die Empfindlichkeit ist einstellbar. Wer ihn nicht mit Zigbee am Aqara-Hub betreibt, kann ihn umschalten in einen Thread-Modus. Anschließend ist er kompatibel mit den Smarthome-Welten von Google, Apple, Samsung und Amazon. Das Umschalten per App gelang bei uns erst nach mehreren Anläufen.Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass Aqara neben smarten Türschlössern und Türklingeln auch Präsenzsensoren herstellt. Einen davon haben wir hier 2023 vorgestellt. Präsenzmelder sind die besseren Bewegungsmelder. Sie erfassen kleinste Regungen und können damit die Anwesenheit einer Person zuverlässig erkennen. Zudem identifizieren sie den räumlichen Standort einer oder mehrerer Personen sowie eine Bewegungsrichtung und einen Entfernungsbereich. Die cleveren Produkte aus China gibt es seit einem Jahrzehnt.Man mag Bedenken wegen Datenschutz und Cloud-Anbindung haben. Aber das Preis-Leistungs-Verhältnis und vor allem die Zuverlässigkeit der bislang von uns erprobten Geräte überzeugt.
Aqara bietet clevere Sensoren fürs vernetzte Heim. Aber wie gut sind sie?
Mit cleveren Sensoren fürs vernetzte Heim lässt sich nicht nur ein Wasserschaden schnell entdecken. Neue Produkte von Aqara im Test.







