Die Künstlerin Andrea Pichl stellt DDR-Gartenlauben in die Heilbronner Kunsthalle Vogelmann. Und seziert damit deutsch-deutsche Geschichte.
Versprach in der DDR privates Glück: die Gartenlaube GL 19, wie sie Andrea Pichl nachbaut
Marcus Bahra, Berlin; VG Bild-Kunst, Bonn 2026
Heilbronn, siebtgrößte Stadt Baden-Württembergs, machte im April dieses Jahres Schlagzeilen. Die Stadt, die sich nördlich von Stuttgart umgeben von Weinbergen an den Neckar schmiegt, verfüge über die höchste Kaufkraft des Landes, hieß es. Eine neue Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft hatte das ergeben. Erstaunlich könnte man das finden, wenn man sich durch die eigentlich wenig auffällige Innenstadt bewegt, wo man vor ein paar Jahren noch über eine Obergrenze von Dönerläden diskutierte. Heilbronn eben ist ein gutes Beispiel dafür, wie wenig aussagekräftig Durchschnittswerte sind: Die Statistiken verzerrt eine ansässige Familie, die den Nachnamen Schwarz trägt. Schwarz, wie Dieter Schwarz, Gründer der Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland), reichster Mann Deutschlands.
Maßgeblich trägt jener auch dazu bei, dass sich die Stadt, die sich seit 2020 „Universitätsstadt“ nennen darf, gerade neu erfindet. Die Hochschule wächst seit Längerem, und jetzt entsteht noch ein 30 Hektar großer Innovationspark für Forschung und Firmen, die mit künstlicher Intelligenz arbeiten.






