Es gibt Geschichten, die vermutlich nicht nur Redakteuren des Vermischten, sondern auch anderen der Klatschseitenexegese nicht zwingend abgeneigten Menschen einen gewissen Überdruss bereiten. Irgendwelche Homestorys mit Kindern zum Beispiel oder entlaufene Katzen, die einmal um den Erdball streunen und dann – wenn auch etwas ausgehungert – wieder zielgenau beim eigenen Futternapf ankommen. Und auch Dramen um verlorene und wiedergefundene Hauptgewinn-Lottoscheine haben ja kaum noch Neuigkeitswert. Wäre aber schon schade, wenn man deswegen jetzt folgende Geschichte überlese.Eine Frau im süditalienischen Apulien setzt seit Jahren auf dieselbe Zahlenkombination. Als sie am vergangenen Sonntag in einer Lottofiliale ihren Schein in einen Automaten steckt, um zu prüfen, ob sie etwas gewonnen hat, wird sie mal wieder enttäuscht. Der Schein sei nicht auszahlbar, zeigt der Automat an, offenbar Maschinensprech für: Eine Million hab ich leider nicht. Aber wer soll da schon drauf kommen? Die Frau schmeißt ihren Lottozettel weg.Zu Hause dann weist sie offenbar ein freundliches Familienmitglied darauf hin, dass ihre übliche Zahlenkombination den Jackpot gewonnen hat. Also schnell zurück in die Filiale, wo sie allerdings erfährt, dass der Inhalt des hauseigenen Mülleimers mittlerweile schon abgeholt worden sei. Sie ruft beim Müllunternehmen SANB an, dessen Chef Roberto Nicola Toscano diese Geschichte später so der Nachrichtenagentur Ansa erzählen wird. Toscanos Firma kommt ja nicht ganz schlecht dabei weg.Jedenfalls: Mit Glück habe man das richtige Fahrzeug ausfindig gemacht. Und mit Glück habe eine eigens angeheuerte Spezialfirma nach stundenlanger Sucherei tatsächlich den Schein gefunden. Toscano sagte noch, er habe sich schriftlich zusichern lassen, dass die Gewinnerin die Kosten übernehmen wird – was die Frau jetzt kaum bekümmern wird. Sie dürfte sich auch nicht viel anders fühlen als eine weltreisende Katze vor dem lang ersehnten Futternapf.