Das Neugeborene entwickelt ein bemerkenswertes Eigenleben. Regisseurin Hanna Bergholm dreht in ihrer schwarzen Komödie alle Horrorregler auf Anschlag.

Zu Recht erstaunte Eltern: Saga (Seidi Haarla) und Jon (Rupert Grint) in „Nightborn“

Alamode

Ja ja, die eigenen Kinder kann man sich nicht aussuchen. So richtig anspruchsvoll wird es, wenn das Kind auch noch die buchstäbliche Teufelsbrut ist. Mit der Mutter in Roman Polańskis Horrorklassiker „Rosemaries Baby“ von 1968, die schon während der Schwangerschaft Schlimmes ahnt, möchte man jedenfalls ungern tauschen. Wobei: Die Liebe zum Nachwuchs ist ja für gewöhnlich grenzenlos, herausgerissene Haare oder abgekaute Gliedmaßen hin oder her. Anspruchsvoll und sicher nicht ganz so typisch ist auch der Nachwuchs, den die Eltern in Hanna Bergholms folkloristisch aufgeladenem Horrorfilm „Nightborn“ empfangen.

Da fahren zu Beginn Saga (Seidi Haarla) und ihr britischer Mann Jon, gespielt von „Harry Potter“-Star Rupert Grint, immer tiefer in den finnischen Wald, um das renovierungsbedürftige Familienanwesen von Sagas Oma für sich zu erschließen. Sie tanzen verliebt durch die sonnendurchfluteten Räume der alten Villa in the middle of nowhere, sprechen davon, dass sie drei Kinder bekommen wollen.