Das Wiener Museum Moderner Kunst hat mit Fatima Hellberg eine neue Direktorin. Die zeigt düster-kritische Kunst, weit weg vom Blockbustermuseum.

Kate Milletts „Terminal Piece“ von 1972 wurde von der neuen mumok-Direktorin Fatima Hellberg in die Museumssammlung aufgenommen

Chie Nishio/The Kate Millett Trust

Nein, „niederschwellig“ ist das Ganze nicht, wundert sich eine Wiener Rezensentin über „Terminal Piece“, die erste Ausstellung der neuen Direktorin des Museums Moderner Kunst Stiftung Ludwig (mumok) in Wien, Fatima Hellberg. Aber ziemlich spannend. Im 2001 fertiggestellten monolithischen Basaltkubus des Architekturbüros Ortner & Ortner mitten im imperialen Ambiente Wiens legen Hellberg und ihr Stellvertreter, der Kurator Lukas Flygare, einen Parcours, der immer wieder anhalten lässt, sich befremden und die gewohnte Wahrnehmung lustvoll überprüfen lässt.

Im kulturpolitischen Lingo von der „Niederschwelligkeit“ verliert sich, was tatsächlich herabzusetzen wäre: die Komplexität von Inhalten oder Ausschlussmechanismen einer bürgerlichen Kultur, deren Hegemonie im öffentlichen Leben längst erloschen ist, aber in den Reservaten repräsentativer Kultur wie dem Kunstmuseum letzte Rückzugsgefechte austrägt, bevor auch diese sich in den falschen Egalitarismus des Unterhaltungsgewerbes fügen.