Ein Gerangel an einem AfD-Infostand in Oberbayern sorgte vor Monaten für Aufsehen. Der damalige Bürgermeisterkandidat in der Gemeinde Rott am Inn, Michael Maurer, berichtete, von Linken angegriffen worden zu sein. Doch bereits früh kamen Zweifel an der Version der AfD auf.Jetzt ist klar: Die Ermittlungen gegen die vermeintlichen Angreifer wegen Körperverletzung wurden eingestellt. Gegen den AfD-Politiker selbst hingegen ist ein Verfahren eingeleitet worden: Wie die Staatsanwaltschaft Traunstein mitteilte, werde Maurer der falschen Verdächtigung verdächtigt. Für den Verdächtigen, der nach dem Vorfall die vermeintlichen Angreifer wegen Körperverletzung angezeigt hatte, gelte die Unschuldsvermutung, heißt es. Das Verfahren stehe »noch ganz am Anfang«.An der von der AfD zunächst vorgebrachten Version der Geschehnisse am 28. Februar waren schon früh wegen Videoaufnahmen, die von dem Rosenheimer Infostand stammen, Zweifel aufgekommen. Darin ist ein Gerangel um ein Banner zu sehen, der AfD-Kandidat geht zu Boden und hält sich das Knie.So schildert nun die auch die Staatsanwaltschaft den Vorfall: Der AfD-Kandidat habe sich für einen kurzen Moment an der Rangelei beteiligt, dann sein Gleichgewicht verloren und sei nach vorn zu Boden gefallen, sagte eine Behördensprecherin. »Eine aktive Einwirkung auf den Kandidaten durch eine andere Person ist nicht festzustellen.« So sei dem Mann kein Bein gestellt und er sei auch nicht am Boden liegend angegriffen worden.