Auch in Istanbul schwitzen sich die Menschen durch die Sommerhitze. Wer kann – also die Mittel- und Oberschicht – weicht in Feriendomizile am Meer aus.
Abkühlen im Bosporus: an einem Sommertag in Istanbul, 28. Juli 2026
Francisco Seco/ap
Es ist Anfang August, die heißeste Zeit im Jahr. Obwohl die Wettervorhersage 33 Grad angekündigt hatte, ist es direkt am Bosporus in Istanbul angenehm kühl. Ein starker Wind vom Schwarzen Meer, die Menschen hier nennen ihn „Poyraz“, weht den Bosporus hinunter ins Marmarameer und sorgt für Temperaturen weit unter den angekündigten. Große Platanen helfen außerdem dabei, dass es auch im Ort überwiegend schattig und angenehm bleibt.
Doch die wenigsten der bald 20 Millionen Menschen, die im Großraum Istanbul leben, erfreuen sich derart angenehmer Bedingungen. Die meisten der immer weiter ins Umland wuchernden Vororte sind Betonburgen, in denen kaum ein Baum steht und die sich in der Sommerhitze entsprechend aufladen. Der vor einem Jahr verhaftete Istanbuler Oberbürgermeister Ekrem İmamoğlu hatte schon vor Jahren versprochen, in diesen Vierteln Grünflächen und Parks anlegen zu lassen. Einige dieser Projekte konnte er realisieren – doch seit seiner Verhaftung und der Hunderter weiterer Mitarbeiter der Stadtverwaltung stocken die Projekte. Die Verwaltung der Stadt läuft nur noch im Notstandsmodus.









