Wer noch eine Packung Tiefkühlbeeren im Gefrierschrank liegen hat, sollte jetzt genau hinsehen: Mehrere große Handelsketten haben in den vergangenen Tagen Rückrufe für ihre tiefgefrorenen Beerenmischungen gestartet. Betroffen sind unter anderem Produkte, die bei Aldi Nord, Aldi Süd, Lidl und Netto verkauft wurden.Der Hersteller Jütro Tiefkühlkost aus Jessen in Sachsen-Anhalt informierte die Behörden darüber, dass die betroffenen Chargen Noroviren enthalten könnten. Verbraucher werden dazu aufgerufen, die entsprechenden Packungen nicht zu verzehren und in die Filialen zurückzubringen – eine Rückgabe ist auch ohne Kassenbon möglich. Es ist nicht der erste Fall in diesem Sommer: Erst wenige Wochen zuvor rief die Supermarktkette Rewe Tiefkühlbeeren wegen des Verdachts auf Hepatitis-A-Viren zurück. Und im Mai hatte sich der Großhändler Globus mit einem ähnlichen Fall an die Öffentlichkeit gewandt. Die Verbraucherzentrale spricht inzwischen von einer regelrechten Rückrufwelle bei Tiefkühlobst und kritisiert, dass die Warnhinweise der Handelsketten oft zu spät oder zu unauffällig kommuniziert werden.
Warum Tiefkühlbeeren so anfällig sind
Hinter den Rückrufen steckt ein bekanntes, aber dennoch oft unterschätztes Risiko. Tiefkühlbeeren werden meist ungewaschen eingefroren und landen bei den Verbrauchern schließlich roh in Smoothies, Shakes oder im Frühstücksmüsli. Kommen sie bei der Ernte oder Verarbeitung mit verunreinigtem Wasser in Kontakt, können Krankheitserreger an ihnen haften bleiben – überstehen den Gefrierprozess problemlos.Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät deshalb schon seit Jahren, Tiefkühlobst vor dem Verzehr grundsätzlich abzukochen. Wer auf Nummer sicher gehen will, greift nach Empfehlung der Verbraucherzentrale besser zu selbst gewaschenem und eingefrorenem Obst aus der Saison oder dem eigenen Garten. Doch natürlich hat nicht jeder diese Möglichkeit, insbesondere in einer Großstadt wie Berlin.







