Die Wirtschaftsministerin verteidigt in einem Interview das neue Heizungsgesetz. Es gehe darum, Kosten zu senken. Bis Verbraucher davon etwas merken, soll es aber noch dauern.

05.08.2026, 07.23 Uhr

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche: Klimaschutz und Bezahlbarkeit

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) rechnet mit sinkenden Strompreisen, allerdings erst in einigen Jahren. »Spürbare Entlastungen werden wir erst in den 2030er-Jahren sehen«, sagte die CDU-Politikerin der Nachrichtenagentur dpa.Sie wies außerdem Kritik zurück, mit ihren Reformplänen werde die Energiewende ausgebremst. »Die Energiewende wird nur dann dauerhaft erfolgreich sein, wenn Klimaschutz, Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit für die Bürger, der Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit und ein verantwortungsvoller Umgang mit Steuergeld zusammenkommen.«

Das Kabinett hatte eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) sowie ein Netzpaket auf den Weg gebracht. Reiche sagte, die Energiewende solle kosteneffizienter werden, weil steigende Energiepreise den Wirtschaftsstandort Deutschland belasteten.Dazu kämen Belastungen im Haushalt. »Heute gibt der Bund für die EEG-Förderung 17 Milliarden Euro aus. Tendenz steigend«, sagte Reiche. Ohne Reformen würde die Belastung im Bundeshaushalt weiter wachsen. »Wir tragen bis heute die Folgen sehr weit zurückliegender Förderentscheidungen. Die teuerste EEG-Novelle war aus meiner Sicht jene aus dem Jahr 2014. Ihre Förderzusagen wirken über 20 Jahre nach – diese Last tragen wir bis heute.« Genau deshalb werde das EEG jetzt neu aufgestellt. »Mein Ziel ist mehr Markt und weniger Dauerförderung.«