Es gibt unzählige großartige Serien. Viele sind spektakulärer als „Ted Lasso“, düsterer oder erzählerisch waghalsiger. Diese hier haut einen vom Plot her erst mal auch gar nicht um: Der amerikanische Footballtrainer Ted Lasso (Jason Sudeikis) landet ohne jede Ahnung im englischen Profifußball, spricht in Kalendersprüchen, verteilt Kekse, lächelt zu viel und glaubt stoisch an das Gute im Menschen. Das klingt nach einer Sitcom-Idee, die nach zwei Folgen hätte grandios verpuffen können. Stattdessen entstand eine der klügsten, witzigsten und menschlichsten Serien der vergangenen Jahrzehnte. Denn wie Trainer und Team das Leben und den Sport angehen, ist eine Klasse für sich.
Auch Optimismus kann eine Haltung sein
Viele Kritiker – vom Guardian über die Washington Post bis hin zum Tages-Anzeiger und zahllose Feuilletons – haben versucht zu erklären, warum „Ted Lasso“ ein weltweites Phänomen wurde. Die einen sprechen von einer „Radikalität der Freundlichkeit“, andere von emotionaler Intelligenz, wieder andere davon, dass die Serie den Mut hatte, Optimismus nicht als Kitsch, sondern als Haltung zu erzählen (Endlich mal eine Haltung, die sich auch diejenigen zulegen sollten, die glauben, immer die richtige zu haben). Recht haben wahrscheinlich alle ein bisschen. Und doch bleibt etwas, das sich jeder Analyse entzieht.











