Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ist teuer. Und sie könnte noch teurer werden. Allein im ersten Quartal dieses Jahres stiegen die Ausgaben der GKV um etwa acht Prozent. Die erste Krankenkasse hat bereits reagiert, die IKK Classic hob ihren Zusatzbeitrag mitten im Jahr auf 3,85 Prozent an.Zum 1. August 2026 steigt damit der Gesamtbeitrag auf 18,45 Prozent. Betroffen sind mehr als 2,3 Millionen zahlende Mitglieder. Bereits im April hatten die IKK Südwest und die BKK Würth ihre Beiträge angehoben. So wie zuvor etliche andere Kassen, darunter mitgliederstarke Kassen wie die Techniker, die DAK-Gesundheit und mehrere AOK-Landesverbände. Dabei dürfte es nicht bleiben.

Zusatzbeitrag hat sich seit 2022 mehr als verdoppelt

Aktuellen Berechnungen zufolge droht der gesetzlichen Krankenversicherung im kommenden Jahr eine Finanzierungslücke von 19 Milliarden Euro – rund 3,5 Milliarden Euro mehr, als bislang erwartet wurde. Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz hat sich seit 2022 bereits mehr als verdoppelt: von 1,3 Prozent auf 2,9 Prozent im Jahr 2026.Die Bundesregierung versucht, mit einem GKV-Sparpaket gegenzusteuern. Doch wenn sich nicht grundlegend etwas ändert, so rechnen Fachleute, werden gesetzlich Versicherte noch stärker zur Kasse gebeten. Mehrere Prognosen gehen für 2027 von einem durchschnittlichen Zusatzbeitrag zwischen 3,3 und 3,7 Prozent aus. Der offizielle Referenzwert für 2027 wird erst im Herbst festgelegt. Zum Jahreswechsel legen die einzelnen Kassen dann ihren individuellen Satz fest.