Das Biotechunternehmen Biontech schraubt wegen der schwachen Nachfrage ​nach Corona-Impfstoffen seine Umsatzziele für das laufende Jahr deutlich nach unten. Das Unternehmen rechnet für 2026 nun mit Erlösen zwischen 1,6 und 1,9 Milliarden ‌Euro, wie Biontech am Dienstag in Mainz mitteilte. Bislang hatte die Spanne bei 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro gelegen.

Im abgelaufenen zweiten Quartal brach der Umsatz auf 105,6 Millionen Euro ein, nach 260,8 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von knapp 821 Millionen Euro nach einem Minus von knapp 387 Millionen vor Jahresfrist.Als Gründe für die trüben Aussichten nannte ​Biontech neben der weltweit geringeren Nachfrage auch verschobene Meilensteinzahlungen aus einem Forschungsprogramm sowie die Situation auf dem Heimatmarkt. In Deutschland würden in ⁠der diesjährigen Impfsaison ⁠erstmals vorrätige Covid-Impfstoffdosen genutzt. Dies sei durch eine Empfehlung der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA möglich, die als Alternative zu neu angepassten Vakzinen auch die Nutzung der Vorjahres-Formulierung erlaubt.

Biontech kürzt Ausgaben für Forschung und EntwicklungBiontech tritt nun bei den Ausgaben auf die Bremse: Die bereinigten Forschungs- und ‌Entwicklungskosten sollen im Gesamtjahr bei 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro liegen, nachdem zuvor bis ​zu 2,5 Milliarden ‌Euro veranschlagt worden waren. Das Unternehmen verfügt nach eigenen Angaben über ein Finanzpolster von 16,6 Milliarden Euro, um den Umbau zum Onkologie-Konzern voranzutreiben. Derzeit laufen 14 zulassungsrelevante klinische Studien für Krebsmedikamente.