Nach Diskussionen über seinen Lebenslauf hat Sachsen-Anhalts AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund erstmals offengelegt, an welcher Hochschule er studierte. Zuvor hatte seine offizielle Vita zwar ein Studium der Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftspsychologie aufgeführt, die Hochschule jedoch nicht genannt.

Auf Anfrage dieser Zeitung erklärte Siegmund: „In den Jahren 2013 bis 2016 absolvierte ich ein Fernstudium an der Europäischen Fernhochschule Hamburg. Dort schloss ich erfolgreich den Studiengang Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftspsychologie mit dem Abschluss ‚Bachelor of Arts‘ ab.“

„Untersuchung von Duftmarketing“

Erstmals nannte der AfD-Politiker auch den Titel seiner Bachelorarbeit. Diese trage den Namen: „Untersuchung von Duftmarketing, anhand des gewerblichen Einsatzes mit einer psychologischen Beeinflussung von Wohlfühlempfindungen und monetären Beeinflussungen des Kaufverhaltens“.

Auslöser der Debatte war, dass in Siegmunds öffentlich zugänglichen Biografien der Abschluss erwähnt wurden, nicht jedoch die Hochschule. Auch auf Nachfragen auf der Plattform Abgeordnetenwatch hatte der AfD-Politiker entsprechende Informationen bislang nicht öffentlich beantwortet. Zwar besteht keine rechtliche Verpflichtung, den Namen einer Hochschule oder den Titel einer Abschlussarbeit zu veröffentlichen. Dennoch reichte die Nichtbeantwortung dieser Frage dazu aus, dass sich in den Sozialen Medien Gerüchte verbreiteten.