Die Zahl der Asylanträge in Deutschland ist im Vergleich zum Vorjahr weiter deutlich zurückgegangen. Wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums auf AFP-Anfrage bestätigte, stellten im Juli insgesamt 4311 Menschen einen Erstantrag auf Asyl. Dies waren nahezu halb so viele wie im Vorjahresmonat, als bundesweit 8293 Erstanträge auf Asyl registriert wurden. Zuerst hatte die „Bild“-Zeitung über die Zahlen berichtet.„Wir drängen die illegale Migration weiter zurück“, sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) der „Bild“-Zeitung zu den Zahlen. „Wir ordnen das Migrationsgeschehen in Deutschland und Europa hin zu Klarheit und Konsequenz.“Im Juni trat nach jahrelangen Verhandlungen die europäische Asylreform in Kraft. Sie zielt darauf ab, dass weniger Asylsuchende in die EU kommen, und enthält zahlreiche Verschärfungen für Asylsuchende auch in Deutschland. Haftähnliche Bedingungen an der Grenze Dazu soll es unter anderem einheitliche Asylverfahren an den EU-Außengrenzen geben – mit dem Ziel, Migrantinnen und Migranten gegebenenfalls direkt von dort abschieben zu können. Die Betroffenen sollen unter haftähnlichen Bedingungen an der Grenze untergebracht werden.Zu den neuen Maßnahmen gehören unter anderem ein Schnell-Check für Migranten, die systematische Erfassung ihrer Fingerabdrücke in einer Datenbank sowie beschleunigte Asylverfahren für Menschen aus Ländern mit einer geringen Anerkennungsquote. Menschenrechtsorganisationen warnen vor einer Aushöhlung der Rechte Schutzsuchender. (AFP)