PfadnavigationHomeSportSchwimm-EMGold! Nach der Olympia-Schmach steigt Wellbrock als Sieger aus der SeineStand: 12:44 UhrLesedauer: 4 MinutenSieger in der Seine: Florian WellbrockQuelle: Gonzalo Fuentes/REUTERSAn Paris hatte Florian Wellbrock bis zu diesem Tag sportlich nur schlechte Erinnerungen. Jetzt aber gewinnt der Schwimmer dort den EM-Titel über zehn Kilometer. Auch Bronze geht an Deutschland.Nach acht Kilometern fast ausschließlich in der Führungsarbeit werden langsam die Arme von Florian Wellbrock schwer. Bis dahin führte der Magdeburger souverän und mit langen, kraftvollen Zügen das Feld beim EM-Rennen über zehn Kilometer in Paris an. Scheinbar mühelos durchs Wasser gleitend. In jener Stadt und in jenem Fluss also, der 2024 Schauplatz der Olympischen Spiele war. Jenes Großereignis, das Wellbrock nach seinem Olympiasieg von Tokio 2021 als Geschlagener im Becken und Freiwasser verlassen hatte – während Klemet mit Silber über zehn Kilometer den größten Erfolg seiner Karriere gefeiert hatte. Auf dem letzten Kilometer dieses Europameisterschafts-Rennens nun hatte sich ein Trio an der Spitze formiert: der Ungar David Betlehem vor Klemet und Wellbrock. Ein Dreikampf, Kopf an Kopf. Dann setzten sich Wellbrock und Betlehem leicht ab, der Deutsche übernahm die Führung, zog an – schwamm als erster in den Zielkanal und feierte einen Sieg, der mehr bedeutet, als seine lange Erfolgsliste vermuten lassen mag. Klemet machte als Dritter den perfekten Auftakt der deutschen Freiwasserschwimmer perfekt. Lesen Sie auchFür den 28 Jahre alten Wellbrock ist es nach der Enttäuschung von Paris, als er im Becken zweimal im Vorlauf ausgeschieden und im Freiwasser Achter geworden war, eine Versöhnung mit der Stadt und ein großer Erfolg. Zumal er dieses Rennen selbstbewusst von vorne gestaltet hatte. Und erst recht, da dieses EM-Gold nach einer schwierigen, von Krankheiten und Ausfällen geprägten Freiwassersaison kommt, die bis zu diesem Zeitpunkt so gar nicht lief, wie erhofft. Für Klemet bedeutet Bronze den gelungenen Auftakt in ein Mammutprogramm bei dieser EM – keiner wird so viele Starts haben wie der 24-Jährige, der auch noch ins Becken springen wird. Das Rennen: Wellbrock stark, Sorgen um KlemetSchon nach dem Startschuss um 10 Uhr an diesem Dienstagmorgen setzte sich Wellbrock schnell an die Spitze und schwamm das Rennen von vorn. Gern wäre er genau in jenem Abschnitt der Seine geschwommen, wo die Athleten beim olympischen Rennen antreten mussten, doch die EM-Strecke liegt etwas anders – aber ebenfalls mitten in der Stadt und mit dem Eiffelturm als Panorama. So stark Wellbrock von Beginn des Rennens wirkte, so schwierig lief es lange für Klemet. Der Frankfurter, der mit Wellbrock in Magdeburg bei Bernd Berkhahn trainiert, hatte ganz offensichtlich Probleme. Der 24-Jährige konnte die Spitzengruppe vor Halbzeit des Rennens nicht halten, fiel zurück und musste kämpfen. Während Wellbrock auch nach 7,5 Kilometern an der Spitze schwamm – und die Konkurrenz auch im wörtlichen Sinne hinter sich herzog, denn was auf dem Rad der Windschatten ist, nennt sich beim Schwimmen der Wasserschatten. Wer an den Füßen eines anderen krault, spart Energie. Klemet aber erholte sich und arbeitete sich Armzug um Armzug nach vorn. Als sich dann bei Wellbrock in der siebten von acht Runden etwas Müdigkeit breit machte, schien zwischen Erfolg und Misserfolg alles möglich. Betlehem aber gelang es nicht, den beiden zu entkommen. Am Ende stieg Wellbrock als Triumphator dieses Rennens aus der Seine. Klara Bleyer gewinnt zweite Medaille in ParisDie Medaillen der beiden waren nicht das erste Edelmetall für das deutsche Team an diesem EM-Tag. Denn als Wellbrock und Klemet die ersten Kraulzüge in der Seine hinter sich gebracht hatten, stieg ein paar Kilometer entfernt von ihnen Synchronschwimmerin Klara Bleyer aus dem Becken. Nach Silber am Vortag in der freien Kür des Solowettbewerbs holte die Bochumerin nun im Finale der technischen Kür Bronze. Lesen Sie auchBleyer, die mit Startnummer eins in den Wettkampf gegangen war und dann lange warten musste, bis das Ergebnis feststand, musste sich mit 258,0400 Punkten der neuen Europameisterin Iris Tio Casas aus Spanien und der Belarussin Wasilina Chandoschka von den Neutralen Athleten geschlagen geben. Im Solowettbewerb ist dies nach zweimal Silber 2024 sowie Gold und Bronze 2025 bereits ihre sechste EM-Medaille. In den Vorjahren waren allerdings die starken Athletinnen aus Russland und Belarus nicht am Start.
Schwimm-EM: Gold! Nach der Olympia-Schmach steigt Wellbrock als Sieger aus der Seine - WELT
An Paris hatte Florian Wellbrock bis zu diesem Tag sportlich nur schlechte Erinnerungen. Jetzt aber gewinnt der Schwimmer dort den EM-Titel über zehn Kilometer. Auch Bronze geht an Deutschland.











