ZEIT Verbrechen: Herr Roebke, wann ist Ihnen der Tod zum ersten Mal begegnet?

Albi Roebke: Meine Eltern waren Vollwaisen. Ich hatte keine Opas, keine Omas. Ich bekam das nur über meine Klassenkameraden mit: Der Opa ist tot, und dann sind alle total traurig.

ZEIT Verbrechen: Eine Art Stellvertreter-Erfahrung?

Roebke: Sozusagen. Die zweite Begegnung war durch meinen kleinen Bruder Uli. Der bekam mit neun Jahren Knochenkrebs. Da stand ständig die Angst im Raum, dass er stirbt. Meine Mutter ist oft mit ihm ins Phantasialand gefahren. Nach dem Motto: Alles mitnehmen, was noch möglich ist. Für mich fühlte es sich an wie ein stetiges Abschiednehmen. Wie ein Tinnitus, so ein Dauerton. Es dauerte zwei Jahre, bis es ihm besser ging. Für mich war das eine extreme Erfahrung.