PfadnavigationHomeRegionalesHamburgCarsharingDarum sind jetzt deutlich weniger Leihautos auf den StraßenStand: 09:37 UhrLesedauer: 3 MinutenHier am Flughafen Hamburg Airport sind die Leihautos zu den Stoßzeiten weiter sehr präsentQuelle: Marcus Brandt/dpaHamburgs Carsharing-Szene schrumpft sichtbar, doch die Autos rollen häufiger. Die Anbieter straffen ihre Flotten und setzen stärker auf Elektro.Die Zahl der Carsharing-Fahrzeuge in Hamburg ist seit 2024 stark gesunken. Aktuell stehen in der Hansestadt 3289 Autos zur Verfügung, wie der Senat auf Anfrage des CDU-Abgeordneten Philipp Heißner mitteilte. Im ersten Halbjahr 2025 waren es noch 4825 gewesen, was einen Rückgang um fast ein Drittel (32 Prozent) bedeutet. Und ein weiteres Jahr zuvor wurden 2024 in den ersten sechs Monaten 5187 Carsharing-Autos gezählt.Lesen Sie auchAllein das Unternehmen Miles, mit Abstand der größte Anbieter in Hamburg, reduzierte die Zahl seiner Fahrzeuge von 3336 im Mai 2025 auf 2381 im Mai 2026, also um knapp 29 Prozent, wie aus der Antwort auf eine weitere Anfrage der Hamburger Linken-Abgeordneten Heike Sudmann und Stephan Jersch hervorgeht.Abbau von ÜberkapazitätenNach Angaben des Bundesverbandes Carsharing ging im vergangenen Jahr die Zahl der Leihwagen deutschlandweit um 4,9 Prozent zurück. Man gehe davon aus, dass Überkapazitäten im sogenannten Free-Floating-Carsharing abgebaut wurden, heißt es auf der Internetseite des Verbandes. Mit free floating sind Autos ohne feste Station gemeint. Vermutlich handele es sich um eine Konsolidierung und keine Trendwende, hieß es vom Verband.Eine Sprecherin von Miles erklärte: „Nach Jahren starken Wachstums haben wir unsere Flotte in Hamburg in den vergangenen zwei Jahren kaum weiter aufgestockt.“ Durch reguläre Leasingrückläufer sei der Gesamtbestand der Fahrzeuge daher vorübergehend geschrumpft. „Das ist aber kein negatives Signal. Hamburg gehört weiterhin zu unseren stärksten Märkten“, versicherte die Unternehmenssprecherin.Bedingungen an Switch-Punkten unverändertMiles ist bestrebt, mehr Nutzer mit weniger Autos zu gewinnen. „Eine hohe Flottenauslastung ist die Grundvoraussetzung für ein dauerhaft tragfähiges Angebot“, hieß es.Die Buchungen von Carsharing-Fahrzeugen über die HVV-Switch-App sind immerhin gestiegen, von 32.000 im ersten Halbjahr 2024 auf 35.000 in den ersten sechs Monaten 2026. Die Nutzer legten durchschnittlich sieben Kilometer zurück, ein Wert, der sich nicht verändert hat.Die Hamburger Verkehrsbehörde erklärte, die Ausgangslage habe sich für die Anbieter nicht verändert. Es stünden weiterhin rund 220 HVV-Switch-Punkte mit über 1.000 Parkständen zur Verfügung. An diesen Punkten könnten Nutzer von Bus und Bahn in ein Mietauto umsteigen. Die Anzahl der dortigen Ladepunkten für E-Autos sei gegenüber 2024 leicht gestiegen. E-Carsharing-Fahrzeuge genießen laut Verkehrsbehörde weiterhin erhebliche Privilegien, wie zum Beispiel Parkgebührenbefreiung und keine Höchstparkdauer.Mehr E-Autos – aber nur prozentualDer Anteil der E-Fahrzeuge liegt zurzeit bei 51 Prozent. In den ersten Halbjahren 2024 und 2025 betrug er nur 38 Prozent. Eigentlich hatte der Senat mit den Anbietern vereinbart, dass bis 2024 mindestens 80 Prozent der Fahrzeuge elektrisch angetrieben werden. Das Ziel sei jetzt auf das Jahr 2030 gestreckt worden, teilte der Senat mit.Die prozentuale Zunahme der E-Autos kam durch die Reduzierung der Verbrenner zustande, wie Zahlen der drei Anbieter Miles, Free2Move und SixtShare nahelegen. Lediglich der letztgenannte und mit Abstand kleinste der drei Anbieter vergrößerte seinen Bestand innerhalb eines Jahres von 7 auf 102 E-Autos. Die Elektroflotte aller drei Unternehmen zusammengenommen verringerte sich dagegen von 1793 auf 1649 Fahrzeuge.lno/jlau