PfadnavigationHomeWirtschaftFluggesellschaftHohe Kerosinkosten und Streik – Gewinn bei Lufthansa bricht einStand: 09:06 UhrLesedauer: 3 MinutenEine Passagiermaschine der LufthansaQuelle: Lisi Niesner/REUTERSDie Reiselust ist ungebrochen, die Umsätze steigen – und dennoch stürzt das Betriebsergebnis der Lufthansa ab. Schuld sind laut dem Unternehmen hohe Kerosinkosten aufgrund des Iran-Kriegs und ein Streik im Frühjahr.Die mit dem Iran-Krieg gestiegenen Kerosinkosten und ein einwöchiger Streik im April haben die Lufthansa im zweiten Quartal schwer belastet. Das bereinigte Betriebsergebnis (Ebit) brach um 56 Prozent auf 383 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Wegen der Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Ölpreise und des Trends zu sehr kurzfristigen Buchungen schließt der MDax-Konzern einen operativen Gewinnrückgang im Gesamtjahr nicht mehr aus. Die Lufthansa änderte die Prognose auf eine Spanne von 1,7 bis 2,2 Milliarden nach 2,0 Milliarden Euro im Vorjahr. Bislang hatte sie das obere Ende angepeilt.Die Lufthansa verdiente von April bis Juni trotz eines Umsatzanstiegs um acht Prozent auf 11,1 Milliarden Euro weniger als erwartet: Analysten hatten einen Gewinnrückgang auf rund 400 Millionen Euro erwartet. Die Marge sank entsprechend um fünf Prozentpunkte auf 3,4 Prozent – weit entfernt von dem mittelfristigen Ziel von acht bis zehn Prozent. Lesen Sie auchDie höheren Kerosinpreise schlugen trotz umfangreicher Absicherung gegen Preisausschläge mit zusätzlichen Kosten von 750 Millionen Euro ins Kontor. Die sechs Streiktage der Cockpit-Beschäftigten im April belasteten das Ergebnis mit 150 Millionen Euro. Unter dem Strich flog die Lufthansa nur noch 123 Millionen Euro Gewinn ein, ein Rückgang um 88 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, da Bewertungs- und Steuereffekte belasteten. Im vorbörslichen Handel verloren die im MDax gelisteten Lufthansa-Aktien mehr als drei Prozent.„Anspruchsvolles Quartal“Lufthansa-Chef Carsten Spohr sprach von einem anspruchsvollen Quartal mit Krisen und geopolitischer Unsicherheit. Trotz verbesserter Auslastung und höherer Durchschnittserlöse, eines Gradmessers für die Ticketpreise, wurden die gestiegenen Treibstoffkosten nicht vollständig kompensiert. Die Nachfrage nach Flugreisen sei global aber ungebrochen, vor allem im Premium-Segment und auf Asien-Strecken. Die hohen Investitionen in Premium-Angebote an Bord wie die neuen Sitzplätze und mehr Zusatzservices begännen sich auszuzahlen, ergänzte Spohr.Lesen Sie auchDie gesamte Luftfahrt leidet unter dem Ende Februar begonnenen Krieg Israels und der USA gegen den Iran, weil die Ölversorgung durch die Kämpfe in der Straße von Hormus massiv gestört ist und dies die Kerosinpreise in die Höhe treibt. Die Lufthansa wird trotz preislicher Absicherung von 80 Prozent ihres Spritbedarfs härter getroffen als die anderen beiden großen europäischen Airline-Gruppen. Beim britisch-spanischen Konzern IAG sank das operative Ergebnis im zweiten Quartal um ein Viertel, bei Air France-KLM um ein Drittel. Beide schraubten das Kapazitätswachstum zurück. Ähnlich wie die Konkurrenten erwartet die Lufthansa für das Gesamtjahr einen deutlichen Anstieg der Treibstoffkosten um mehr als eine Milliarde auf 8,66 Milliarden Euro.Lesen Sie auchDas Sitzplatzangebot der Airlines wie Lufthansa, Swiss, Austrian Airlines oder ITA Airways bleibt auf Jahressicht unverändert, statt wie geplant um bis zu zwei Prozent zu steigen. Das liegt an den gestrichenen Flügen in die Nahost-Region, etwa den ausgefallenen Dubai-Strecken der Tochter Eurowings. Auch der gezielte Abbau von Kurzstreckenflügen infolge der Schließung der Tochter Cityline spielt eine Rolle. Die Lufthansa-Gruppe beförderte mit ihren zehn Airlines 35,6 Millionen Fluggäste, vier Prozent weniger als vor Jahresfrist. Die Netzwerkairlines boten im zweiten Quartal drei Prozent weniger Sitzplätze an, beim Ferienflieger Eurowings schrumpfte das Angebot um sechs Prozent. Die Jahresprognose sieht aber Wachstum im zweiten Halbjahr vor.In der Luftfracht und der Flugzeugwartung konnte die Lufthansa den Betriebsgewinn hingegen steigern. Lufthansa Cargo profitierte von höheren Frachtraten und zusätzlicher Kapazität durch die seit diesem Jahr integrierte italienische Tochter ITA Airways. „Gerade in einem volatilen Umfeld zeigt sich: Unser Geschäftsmodell ist robust, anpassungsfähig und zunehmend resilient“, sagte Spohr.Reuters/coh
Fluggesellschaft: Hohe Kerosinkosten und Streik – Gewinn bei Lufthansa bricht ein - WELT
Die Reiselust ist ungebrochen, die Umsätze steigen – und dennoch stürzt das Betriebsergebnis der Lufthansa ab. Schuld sind laut dem Unternehmen hohe Kerosinkosten aufgrund des Iran-Kriegs und ein Streik im Frühjahr.











