Wer im Mittelalter am nächsten bei einer Kirche bestattet wurde, hatte meist auch zu Lebzeiten eine besondere Stellung. Genau darauf deutet nun ein außergewöhnlicher Fund am Naumburger Dom hin: Archäologen haben dort einen bislang völlig unbekannten Friedhof aus dem 11. Jahrhundert freigelegt. Die aufwendig angelegten Gräber sprechen dafür, dass hier Angehörige der damaligen Oberschicht – möglicherweise sogar die Stifterfamilie des Doms – ihre letzte Ruhe fanden.
Die Entdeckung gelang im Zuge der umfassenden Umgestaltung des Domplatzes. Seit dem Frühjahr untersuchen Fachleute des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt den bislang kaum erforschten Außenbereich des UNESCO-Welterbes. Während die Baugeschichte des Naumburger Doms durch frühere Grabungen bereits gut dokumentiert ist, birgt das Gelände rund um das Gotteshaus noch zahlreiche archäologische Geheimnisse.
13 Gräber zwischen Dom und Nikolaikapelle
Freigelegt wurde ein kleiner Friedhof genau zwischen dem ersten Naumburger Dom aus dem 11. Jahrhundert und der Nikolaikapelle. Insgesamt konnten bislang 13 Gräber dokumentiert werden – und fast alle fallen durch ihre außergewöhnlich hochwertige Bauweise auf.
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