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Niedrige Pegelstände: Niedrigwasser im Rhein wird zur ersten Probe für den neuen Verkehrsminister Aufgrund der Rekord-Niedrigstände im Rhein berät die Bundesregierung über Gegenmaßnahmen. Verkehrsminister Steffen Bilger lädt zu einem Spitzengespräch ein.
Ein Tankschiff passiert eine Sandbank. Die niedrigen Wasserstände behindern die Schifffahrt. Foto: Thomas Frey/dpaDer neue Bundesverkehrsminister Steffen Bilger will die historisch niedrigen Pegelstände auf wichtigen Wasserstraßen wie dem Rhein zur Chefsache machen. „Es ist schon eine sehr angespannte Situation mit dem Niedrigwasser“, sagte der CDU-Politiker am Montag in Bayern zu Reuters TV am Rande einer Veranstaltung zum Donauausbau zwischen Deggendorf und Vilshofen. Er werde am Donnerstag zu einem Spitzengespräch mit Betroffenen einladen. Dabei werde es sowohl um kurz- als auch um langfristige Maßnahmen gehen. „Wir sind es gewohnt, dass es immer mal wieder zu Niedrigwassersituationen kommt, aber jetzt ist schon ein sehr früher Zeitpunkt für eine solche Problematik, wie wir sie jetzt erleben.“Bilger ergänzte, insbesondere am Rhein, aber auch an der Donau gebe es Herausforderungen. Es werde am Donnerstag unter anderem um den Ausbau von Fahrrinnen und die Umrüstung von Schiffen gehen. Insgesamt werde Klimaanpassung ein wichtiges Thema in den nächsten Jahren sein. Ein Sprecher des Ministeriums sagte, das Treffen werde in Bonn stattfinden. Auch Verbände würden beteiligt. „Wir sind uns dieses Themas sehr bewusst.“Das Ministerium fördere die Umrüstung von Güterschiffen, damit diese besser bei Niedrigwasser nutzbar seien. So solle eine Verlagerung auf die Straße möglichst vermieden werden. Bisher seien Umrüstungen mit staatlichen Hilfen von 10,5 Millionen Euro unterstützt worden.Steffen Bilger Unauffällig, ambitioniert, fachlich versiert – das ist der neue Verkehrsminister Der neue Verkehrsminister gehört zu den eher unauffälligen Arbeitern im Berliner Betrieb. Seine Ambitionen sollte man dennoch nicht unterschätzen. Und er ist vom Fach. von Julian HeißlerAuf dem Rhein werden in dieser Woche rekordniedrige Wasserstände erwartet. Der Pegel an der wichtigen Engstelle Kaub dürfte am Freitag auf das Rekordtief von 18 Zentimetern fallen. Das geht aus am Montag veröffentlichten Prognosen der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes hervor. Der bislang niedrigste Tagesdurchschnitt wurde im Oktober 2018 mit 25 Zentimetern gemessen. Aktuell liegt der Pegel mit 28 Zentimetern noch darüber, doch soll das Rekordtief schon am Donnerstag mit 19 Zentimetern deutlich unterschritten werden. Ausbleibende Regenfälle und hohe Temperaturen gelten als Gründe dafür.Der Rhein ist ein NadelöhrDer Rhein ist eine der wichtigsten Wasserstraßen Europas. Hier werden etwa Rohstoffe wie Getreide, Mineralien, Erze, Kohle und Ölprodukte transportiert. „Die niedrigen Pegelstände des Rheins und vieler anderer Flüsse bremsen den Gütertransport derzeit massiv aus“, sagte der Experte der Deutschen Industrie- und Handelskammer, Dirk Binding, der Nachrichtenagentur Reuters. Binnenschiffe fahren bei Niedrigwasser nur mit einem Bruchteil ihrer üblichen Last. „Das führt zu Engpässen, steigenden Transportkosten und längeren Lieferzeiten.“Niedrigwasser So legt das Rhein-Niedrigwasser fünf Schlüsselindustrien lahm Der Wasserstand im Rhein zeigt teilweise nicht mal die Hälfte des Normalwerts an. Für die deutsche Wirtschaft wird das zur existenziellen Bedrohung. von Thomas Kuhn, Nele Antonia Höfler und Clara ThierEin Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums sagte, auch dort werde die Lage sehr genau beobachtet. Bei Kraftwerken gebe es bisher aber keine Drosselung aufgrund von Hitze oder Niedrigwasser. Wegen des Niedrigwassers können Binnenschiffe oft nur zu etwa 20 Prozent beladen werden, was zu stark steigenden Kosten für die Industrie führt. Händlern zufolge kostete der Transport per Tankschiff von Rotterdam nach Karlsruhe am Montag rund 145 bis 150 Euro pro Tonne, verglichen mit 45 Euro Ende Juni.Die Engstelle Kaub liegt in Rheinland-Pfalz in der Nähe der Loreley und ist für die Binnenschifffahrt enorm wichtig. Um voll beladen fahren zu können, benötigen Schiffe dort in der Regel einen Pegel von 1,50 Metern. „Wichtig ist, dass die offiziellen Pegelstände nicht in der Mitte der Fahrrinne, sondern ufernah gemessen werden“, betonte Ökonom Marc Schattenberg von Deutsche Bank Research. „Selbst bei einem Pegelstand von null Zentimetern befindet sich daher weiterhin Wasser im Fluss.“Ein länger anhaltendes Niedrigwasser kann Experten zufolge die deutsche Wirtschaftsleistung drücken. „Insgesamt könnten die Effekte stark genug sein, um das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal um 0,1 bis 0,2 Prozent zu dämpfen“, sagte Ökonom Stefan Kooths vom Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW). rtr Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige Stellenmarkt Die besten Jobs auf Handelsblatt.com Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige IT BOLTWISE Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik Anzeige Remind.me Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s Anzeige Presseportal Lesen Sie die News führender Unternehmen! 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