Der kleine Pazifikstaat Nauru trägt ab sofort wieder seinen traditionellen Namen: Republik Naoero. Die Umbenennung signalisierte »den Beginn eines wiedergewonnenen Nationalstolzes«, erklärte Präsident David Adeang. Ein Schritt, der nach eigenen Angaben darauf abzielt, die nationale Identität und das kulturelle Erbe zu stärken. Naoero liegt nordöstlich von Australien und Papua-Neuguinea.

Das Parlament hatte im Mai eine Verfassungsänderung zur Umbenennung des Landes verabschiedet und ursprünglich ein nationales Referendum geplant. Präsident David Adeang erklärte jedoch vergangenen Mittwoch, dass die Abgeordneten nach »ausführlichen Diskussionen« beschlossen hätten, dass eine Volksabstimmung nicht erforderlich sei.»Die Entscheidung, kein Referendum durchzuführen, wurde nach reiflicher Überlegung getroffen, da Naoero kein neuer Name ist, der erst von der Bevölkerung akzeptiert werden muss«, sagte Adeang. »Er ist bereits Teil der Identität der Bevölkerung, steht im Staatswappen und wird in der Gemeinschaft verwendet«, so der Präsident des Inselstaates.

Europäische Kolonisatoren änderten den Namen des Landes in Nauru, nachdem sie Schwierigkeiten hatten, den einheimischen Namen der Insel, Naoero, auszusprechen. Dies sei damals eher eine Frage der Zweckmäßigkeit als eine bewusste Entscheidung gewesen, heißt es in einer früheren Erklärung der Regierung.Kolonisiert, umbenannt und bedroht vom steigenden MeeresspiegelAdeang erklärte, bei der Entscheidung gehe es nicht um Politik, sondern um Identität, Kulturerbe und darum, »das Vermächtnis unserer Vorfahren zu bewahren und die Zukunft unserer Kinder zu stärken«.