Vincent Kompany grinste, er wünschte dem Übersetzer „viel Glück“. Der Trainer des FC Bayern hatte soeben erklärt, warum er sich tags zuvor die Partie des örtlichen Profiklubs Jeju SK gegen Incheon United in der südkoreanischen K-League im Stadion angeschaut hatte. „Super interessant“ sei das gewesen, sagte er.Seine Antwort auf Englisch geriet zu einem Kurzreferat darüber, wie in verschiedenen Ligen auf der Welt jeweils anderer Fußball gespielt werde, in Südkorea seinen Eindrücken zufolge ein „kompletter“. Kompany lobte den Spielaufbau beider Mannschaften unter schwierigen Bedingungen (Platz, Hitze) als „sehr sauber“ und „taktisch durchdacht“, außerdem das Pressing und die Standardsituationen. Schon während seiner Ausführungen äußerte er lachend seine Zweifel daran, ob eine Übersetzung seiner Gedanken ins Koreanische gelingen werde, aber: „Das ist mir egal, ich beantworte die Frage jetzt und wir schauen mal, wo das hinführt …“Fifa-Skandal:Wie die Uefa Klagen gegen Infantino und Kushner vorbereitetDie Uefa lässt eine New Yorker Kanzlei Warnschreiben an den Fifa-Präsidenten und andere Beteiligte des gescheiterten Milliardendeals um die WM-Rechte versenden. So soll verhindert werden, dass Beweismaterial gelöscht wird.Kompany geht in seine dritte Saison als Trainer des FC Bayern, und so viel darf man wohl prognostizieren: Der 40-Jährige wird weiterhin kein leidenschaftlicher Fan von jenem Teil des Jobs werden, der vor Mikrofonen stattfindet, so freundlich er dabei auch auftritt. Die ersten zwei Wochen der Vorbereitung hat der Belgier ohne Interview überstanden, nun ging es nicht anders: Am Sonntag sind die Münchner für ihre Tour durch Asien auf der Insel Jeju gelandet, am Dienstag steht das erste Testspiel gegen Jeju SK an, deshalb sah das Programm am Montag eine Spieltagspressekonferenz vor. Wenn es eine Kernbotschaft seiner ersten öffentlichen Worte der Saison gab, dann war es diese: „Wir dürfen nicht vergessen, dass wir in der Saisonvorbereitung sind. Wir müssen ernsthaft trainieren.“Anders als Abwehrspieler Hiroki Ito, der den Verein bei einem entsprechenden Angebot verlassen dürfte, soll Kim bleibenDie sportliche Herausforderung für die Münchner ist es aktuell, Stück für Stück jene Profis in den Betrieb zu integrieren, die nach der WM im Urlaub waren. Nachdem die deutschen Nationalspieler schon in der Vorwoche ins erste Trainingslager in Rottach-Egern nachgereist waren, sind nun auch der Österreicher Konrad Laimer, der Kroate Josip Stanisic und der Kolumbianer Luis Díaz dabei. Dayot Upamecano, Michael Olise und Harry Kane lassen die Reise aus. Allerdings, so Kompany, sei das die kleinere Herausforderung im Vergleich zur schrittweisen Rückkehr der Reha-Patienten, zu denen neben Jamal Musiala, Serge Gnabry und Lennart Karl auch Zugang Ismael Saibari gehört. „Es ist ein Puzzle, aber es ist nicht unmöglich“, sagte Kompany.Auf die Spieler, die mit nach Asien gereist sind, warten in den kommenden Tagen nicht nur sportliche Herausforderungen, sondern auch der eine oder andere Marketing-Termin. Aus Jeju reisen die Münchner am Mittwoch nach Hongkong weiter, wo ein zweites Testspiel gegen Aston Villa stattfindet. Doch selbstverständlich wollte sich Kompany darüber bei aller Betonung der Wichtigkeit von Trainingsarbeit nicht beschweren: „Wir sind es gewohnt. Und es ist inzwischen Teil der Saisonvorbereitung für die meisten Teams.“Für die Bayern ist es bereits die zehnte Tour nach Asien, für Kompany die zweite nach 2024, auch damals ging es schon nach Südkorea. Nicht zufällig saß am Montag Verteidiger Min-jae Kim neben dem Trainer auf der Bühne, der in seiner Heimat logischerweise zu den beliebtesten Bayern-Profis zählt, auch als inzwischen nur noch Innenverteidiger Nummer drei im Kader. Anders als Abwehrspieler Hiroki Ito, der den Verein bei einem entsprechenden Angebot verlassen dürfte, soll Kim bleiben. „Ich bin sehr froh, bei Bayern zu sein, und sehr zufrieden“, sagte er. Und Kompany lobte: „Er ist wirklich ein Abwehrmonster und richtig schnell. Ich halte sehr viel von ihm als Fußballer.“Während dieses Lob noch recht erwartbar war – alles andere wäre dem Anlass eher nicht gerecht geworden –, kam eine weitere Würdigung etwas überraschender. „Er hat auch einen tollen Humor. Das ist sicher etwas, was die wenigsten von ihm wissen“, sagte Kompany über Kim. Und tatsächlich musste er direkt danach über eine Antwort seines Verteidigers lachen: Sofern Kim korrekt übersetzt wurde, sagte er über seinen Trainer, dieser komme vielleicht manchmal etwas „steif“ rüber, sei aber „sehr offen“ und „super kommunikativ“.
FC Bayern in der Vorbereitung: Vincent Kompany und das Münchner „Puzzle“
Auf der Asien-Tour des FC Bayern spricht Trainer Vincent Kompany über die Herausforderungen dieses Sommers.











