In der Nacht zum 24. Juli ist es vor dem CAFE Köpenick zu einem politisch motivierten Brandanschlag gekommen. Unbekannte Täter entwendeten zunächst die vor dem Jugendklub wehende Pride-Flagge, kehrten wenig später zurück und zündeten vor der Eingangstür einen mit der Regenbogenfahne umwickelten Haufen aus trockenem Gras, Zeitungspapier und alten Plakaten an. Die Tat ereignete sich gegen 0.45 Uhr – zu diesem Zeitpunkt hielten sich noch junge Menschen in der Einrichtung auf. Verletzt wurde nach bisherigen Erkenntnissen niemand.

Die Einrichtung, die als offener Jugendtreff gilt, positioniert sich explizit gegen Queerfeindlichkeit, Rassismus und rechte Ideologien. „Dass ausgerechnet die Pride-Flagge für den Brandsatz verwendet wurde, lässt sich nicht vom queerfeindlichen Kontext trennen“, so die Betreiber in einer öffentlichen Stellungnahme.

Der Vorfall reiht sich nach Angaben des Jugendklubs in eine Serie diskriminierender Vorfälle im Bezirk Treptow-Köpenick ein. Das dortige Register dokumentiere regelmäßig queer- und transfeindliche Propaganda, beschädigte Regenbogensymbole sowie Bedrohungen und Übergriffe.

Keine Einschüchterung – Café bleibt sichtbar

Trotz des Anschlags kündigt das Team des CAFEs an, die Sichtbarkeit nicht einzuschränken: Die Pride-Flagge hänge bereits wieder vor dem Haus. Gleichzeitig unterstreicht das CAFE Köpenick die Schwere des Vorfalls. In einer Mitteilung heißt es: „Wenn aus queerfeindlicher Symbolik ein Brandanschlag auf eine Jugendeinrichtung wird, in der sich zu diesem Zeitpunkt noch junge Menschen befinden, darf das nicht als irgendeine Sachbeschädigung durch Feuer abgetan werden.“