Seit dem Militärputsch in Myanmar vor fünfeinhalb Jahren ist die frühere Regierungschefin Aung San Suu Kyi in Haft. Nun ist erstmals ein Treffen mit einem ausländischen Vertreter öffentlich bekannt geworden. Die Militärregierung veröffentlichte Aufnahmen, die die Friedensnobelpreisträgerin (81) bei einem Treffen mit dem Myanmar-Repräsentanten des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Arnaud de Baecque, zeigen.

Das Staatsfernsehen berichtete, das Treffen habe am Morgen (Ortszeit) stattgefunden. Wo Suu Kyi und De Baecque zusammenkamen, wurde nicht bekannt. Die Aufnahmen zeigen beide in einem holzvertäfelten Raum. Zu ihrem Aufenthaltsort und Gesundheitszustand gab es zuvor jahrelang kaum verlässliche Informationen.Sohn sieht Zeichen der HoffnungDas Rote Kreuz bestätigte das Treffen in einer Mitteilung. »Der Besuch erfolgte gemäß den Standards und Verfahren des IKRK für Besuche bei Inhaftierten«, hieß es darin. »Dazu gehörte auch die Gelegenheit, mit Aung San Suu Kyi unter vier Augen zu sprechen.« Weitere Details zu den Inhalten des Gesprächs wurden nicht bekannt.

Suu Kyis Sohn Kim Aris sprach in sozialen Medien von einem Zeichen der Hoffnung. »Dies ist ein wichtiger erster Schritt, aber er darf nicht der letzte sein«, schrieb der 49-Jährige auf Facebook. Er hoffe, der IKRK-Besuch führe zu einem besseren humanitären Zugang, direktem Kontakt mit seiner Mutter, glaubwürdigen Informationen über ihr Wohlergehen und letztlich zu ihrer Freilassung.Die Militärregierung veröffentlichte auch Bilder vom 81. Geburtstag der früheren Freiheitsikone im Juni, auf denen sie einen Geburtstagskuchen anschneidet.