Stand: 02.08.2026 • 20:43 Uhr

Tschechien leidet unter der zweiten Hitzewelle des Jahres. Und nach den Waldbränden in Südeuropa wächst auch dort die Sorge vor Feuern. In Prag wurden fast 40 Grad gemessen - doch die Politik tut sich weiterhin schwer, die neue Realität zu akzeptieren.

Donnerstagnachmittag im Zentrum von Prag. Es ist 38 Grad - der heißeste Tag der Woche. Auf dem sonst so pulsierenden Jiří z Poděbrad-Platz im Stadtteil Vinohrady sind nur wenige Menschen unterwegs. Wer doch kommt, sucht Schatten oder kühlt die Füße im Wasser des Brunnens.

Der Platz wurde in den vergangenen zwei Jahren umgebaut. Die Stadt wollte, dass der Kirchenvorplatz auch für Märkte oder Veranstaltungen genutzt werden kann. Die Kirschbäume wurden gefällt und der Vorplatz gepflastert. Anschließend wurden zwar mehr als hundert neue Bäume gepflanzt und ein intelligentes Regenwassersystem installiert. Auch Rasenflächen gibt es weiterhin.

Der Meteorologe Michal Žák kann den Umbau trotzdem nur schwer nachvollziehen: "Es wird noch etwa zehn bis 15 Jahre dauern, bis die Bäume ihre Wirkung entfalten. Aber diese heißen Sommer haben wir bereits jetzt und nicht erst im Jahr 2040. Und daher ist es ein wenig bedauerlich, dass man in manchen Fällen immer noch den klassischen Weg des vergangenen Jahrhunderts beschreitet", sagt er.