Eine BBC-Dokumentation erhebt schwere Vorwürfe gegen den Schauspieler und Musiker Jared LetoIn «Jared Leto: Hollywood’s Dark Secret» berichten zehn Frauen von Fällen sexuellen Fehlverhaltens. Der Star bestreitet die Anschuldigungen.Marion Löhndorf, London02.08.2026, 14.45 Uhr3 LeseminutenJared Leto, Frontmann der Band Thirty Seconds to Mars, an der Premiere des Films «Tron: Ares» 2025.Samir Hussein / Getty«Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie jemanden sexuell missbraucht. Diese Behauptungen sind absolut und kategorisch falsch», liess Jared Leto Ende Juli der Öffentlichkeit mitteilen. Grund des Dementis war der Dokumentarfilm der BBC «Jared Leto: Hollywood’s Dark Secret» über den 54-jährigen Filmstar und Musiker der Rockband Thirty Seconds to Mars, der ihn schwer belastete.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.In der Sendung kommen zehn Frauen zu Wort, die erzählen, wie Leto sie in der Vergangenheit als Minderjährige sexuell bedrängte oder belästigte. Eine der Befragten sagte, sie sei damals erst 14 Jahre alt gewesen. Eine andere sei 16 gewesen, als sie auf den damals 42-Jährigen traf, der damals schon eine Hollywood-Grösse war. Mehrere Frauen berichteten, er habe sie als Teenager an Partys und dann auf sein Hotelzimmer oder in sein Haus eingeladen.Schrittweise sei es in manchen Fällen zu sexuellen Grenzüberschreitungen gekommen, die mit Textnachrichten und Telefonaten begonnen hätten. In einem Fall habe Leto die Telefonnummer einer damals 16-Jährigen an einen Pornoproduzenten weitergegeben, der sie daraufhin angerufen und ihr einen Job angeboten habe. Die Befragte hält es nicht für ausgeschlossen, dass es sich dabei um Jared Leto selbst gehandelt habe.Messianischer Guru dank seiner BandTrotz wiederholten Versuchen, Jared Leto vor der Veröffentlichung zu kontaktieren, hatte er nicht auf die Vorwürfe der BBC reagiert. Als Figur bleibt er in dem sorgfältig recherchierten, aber einseitigen Fernsehbericht schattenhaft. Es gibt nur einige Hinweise auf seine Karriere und kurze Einschübe aus alten Interviews. Leto war in Erfolgsfilmen wie «Fight Club», «Blade Runner 2049» und als Joker in «Suicide Squad» zu sehen. Für seinen Auftritt in «Dallas Buyers Club» wurde er 2014 mit einem Oscar ausgezeichnet.Der Durchbruch seiner Band mit dem Song «The Kill» 2005 hatte Leto Zugang zu einer breiten Fangemeinde verschafft. Als Frontmann inszenierte er sich als messianischen Guru mit Jesus-Frisur. Mitarbeiter seiner Band, die jahrelang mit ihm unterwegs waren, berichten, wie er regelmässig Teenager auf Tourneen zu sich beordert und vor seinem Personal gedemütigt habe, bevor er mit ihnen ins Schlafzimmer verschwunden sei. Im Nachhinein habe er sie durch seine Anwälte zum Unterschreiben von Geheimhaltungsvereinbarungen gedrängt, hiess es in der Sendung. Von diesen gebe es Hunderte.«Hollywoods ungeschriebene Regel lautet, die Augen vor dem Treiben der Stars zu verschliessen», sagte einer der ehemaligen Mitarbeiter Letos. Sein angebliches Verhalten, so heisst es in der Dokumentation, sei nicht nur von den Machtspielern der Filmindustrie ignoriert worden. Auch habe keiner der Mitarbeiter des Stars die Teenager je davor gewarnt, worauf sie sich einliessen.Vorwürfe bereits seit zwanzig JahrenBereits 2005 veröffentlichte die «New York Post» erste Vorwürfe gegen Leto. Sie verhallten ebenso wie ein Artikel in der von Mitarbeitern der «New York Times» und von «Vanity Fair» gegründeten Online-Publikation «Air Mail» von 2025. Allerdings reagierten Hunderte von Frauen auf den «Air Mail»-Artikel und berichteten von ähnlichen Erfahrungen mit dem Star.Sie lösten das Interesse von Alice McShane aus, die für die BBC-Dokumentation verantwortlich ist: «Anschuldigungen in diesem Ausmass gegen eine Hollywood-Grösse sieht man nicht oft.» Zuletzt geschah das im Fall von Kevin Spacey auf der Höhe der #MeToo-Welle. Der Schauspieler gestand zwar sexuelles Fehlverhalten ein, wurde jedoch in mehreren Strafverfahren freigesprochen bzw. nicht schuldig gesprochen.Sollten sich die Vorwürfe eines jahrzehntelangen, systematischen Fehlverhaltens bestätigen, könnte Jared Leto das Ende seiner Karriere bevorstehen. Die Dokumentarfilmerin Alice McShane bezweifelt es aber.Passend zum Artikel
«Hollywood’s Dark Secret»: BBC-Doku belastet Jared Leto massiv
In «Jared Leto: Hollywood’s Dark Secret» berichten zehn Frauen von Fällen sexuellen Fehlverhaltens. Der Star bestreitet die Anschuldigungen.










