Gesichtet in Rheinland-Pfalz : Rüdesheimer Wölfe siedeln sich auf der anderen Rheinseite an02.08.2026, 11:52Lesezeit: 2 Min.Wölfe legen lange Strecke zurück und wandern zwischen den Ländern: Inzwischen gibt es zwei Rudel, die sowohl in der Statistik von Rheinland-Pfalz als auch von Hessen auftauchen.Mit dem Rüdesheimer Wolfsrudel aus Hessen ist mittlerweile ein sechstes Wolfsrudel auch im Nachbarland Rheinland-Pfalz aktiv. Es gebe Nachweise dieses Rudels im Rhein-Lahn-Kreis, berichtet der Leiter des Koordinationszentrums Luchs und Wolf (Kluwo) des Landes Rheinland-Pfalz, Julian Sandrini.Grundlage seien Bilddaten aus den Verbandsgemeinden Bad Ems-Nassau und Loreley über mehrere Monate in diesem Jahr. Es gebe eine genetisch einmalige Erfassung in diesem Gebiet von einem Wolf (GW4466m), der ein Nachkomme des Rüdesheimer Rudels sei. Wegen der „mittlerweile regelmäßigen Aktivitäten“ könne das Rudel nun als grenzüberschreitend sechstes Rudel, das ganz oder teilweise in Rheinland-Pfalz unterwegs ist, eingeschätzt werden, sagte Sandrini.Weitere Rudel gibt es in Rheinland-Pfalz in den Regionen Leuscheid, Hachenburg und Puderbach (Westerwald), im Hochwald und Greifenstein (Hessen). Das grenzüberschreitende Greifensteiner Rudel sei seit dem Jahreswechsel 2025/2026 bekannt.Das Kluwo gehe aktuell von elf etablierten erwachsenen Wölfen aus, die ganz oder teilweise in Rheinland-Pfalz lebten – plus ein Einzelwolf (GW4433m), der Gebiete in den Kreisen Bad Kreuznach, Kusel und Birkenfeld nutze.Hinzu komme eine nicht genau bekannte Zahl von Jungwölfen. Was man wisse, sei: Im Leuscheider Rudel habe es in diesem Jahr Nachwuchs gegeben. Eine säugenden Fähe (Muttertier) sei via Fotofalle bestätigt worden. Zudem sei ein diesjähriger Welpe bei einem Unfall im Straßenverkehr gefunden worden.Westerwald als Siedlungsgebiet für WölfeIm Hochwald-Rudel sei ebenfalls durch ein Bild eine säugende Fähe belegt worden. Und im Puderbacher Rudel konnte mit einer Wildkamera im laufenden Jahr drei Welpen nachgewiesen werden, wie das Kluwo mitteilt.Anhand der Datenlage in der Historie könne man sagen, dass sich der Wolf langsam und punktuell mit dem Fokus im Westerwald ausbreite, sagte Sandrini. „Der Wolf besiedelt Rheinland-Pfalz bisher nicht schlagartig.“ Eine Neugründung eines Rudels im laufenden Jahr sei grundsätzlich möglich. Konkrete Daten dazu liegen aber nicht vor.Bis Anfang Juli habe es landesweit 122 gesicherte Wolfsnachweise gegeben. Im Vorjahreszeitraum seien es 149 gewesen. Somit sei die Zahl auf einem ähnlichen Niveau geblieben, da die Kernreviere stabil besetzt seien und vor allem dort Nachweise erbracht würden.Im vergangenen Jahr gab es 45 Übergriffe von Wölfen mit insgesamt 206 geschädigten Tieren: 160 Schafe oder Ziegen, 45 Stück Damwild und ein Kalb. 2024 standen 29 Übergriffe mit 125 geschädigten Tieren in der Liste: 100 Schafe oder Ziegen, 22 Mal Damwild, zwei Esel/Pferd und ein Kalb. Die Ausgleichszahlungen beliefen sich 2025 auf rund 43.000 Euro im Vergleich zu fast 20.000 Euro im Vorjahr.
Schon sechs feste Wolfsrudel in Rheinland-Pfalz: Einwanderung aus Hessen
Wölfe legen lange Strecke zurück und wandern zwischen den Ländern: Inzwischen gibt es zwei Rudel, die sowohl in der Statistik von Rheinland-Pfalz als auch von Hessen auftauchen.






