Daniela Bleymehl ist in den vergangenen Wochen durch die Extremwelten gegangen in ihrem eh schon extremen Sport. Die Langdistanz-Triathletin wollte sich für das prestigeträchtige deutsche Rennen Challenge Roth noch mal in besondere Form bringen, ist in der Vorbereitung darauf bewusst an ihre Grenzen gegangen, angetrieben vom bisher guten Gelingen ihrer dritten Rückkehr nach dritter Babypause zu Jahresbeginn. Den Ironman Südafrika im April hatte die Darmstädterin auf Rang drei beendet, inklusive Qualifikation für die WM auf Hawaii.Eine inspirierende Leistung, wofür die Siebenunddreißigjährige reichlich Zuspruch und Aufmerksamkeit erhielt. Was Bleymehl in ihrem Vorhaben bestärkte, auch als Mutter von drei Kindern ihren Sport noch zwei bis drei Jahre auf Topniveau ausüben zu können.Schmerzhafter Tag in Roth mit FolgenDie Challenge Roth wurde dann für Bleymehl aber auf ganz andere Weise ein bedeutender wie schmerzhafter Tag als gedacht. Noch während des Rennens fasste die sechsmalige Siegerin von Langdistanzrennen (3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen) den Entschluss, ihre Karriere zu beenden.Auf dem Rad sitzend irgendwo in der fränkischen Provinz fuhr sie rechts ran – und entschied für sich, dass eine mehr als 16 Jahre währende Profisportkarriere zu Ende geht. „Es geht mir nicht gut mit der Entscheidung, aber ich weiß, dass dies der richtige Schritt ist“, sagte Bleymehl in ihrem Podcast „Dani hoch 3“.Über ihre Beweggründe sagte sie: Sie habe sich immer geschworen, konsequent zu sein, „wenn ich meinen eigenen Ansprüchen in allen Rollen nicht gerecht werde“. Im Sport falle es ihr nicht schwer, Perfektion anzustreben im Wissen darüber, dass diese unerreichbar ist. Aber ihren anderen Rollen beispielsweise als Mutter müsse sie „gerecht werden, ohne mich selbst zu verlieren“, sagt Bleymehl. „Das hat lange so gut funktioniert, wir haben es so gut aufgebaut.“An Grenzen gestoßenSchon in der Vorbereitung auf das Rennen in Roth habe Bleymehl sich gestresst gefühlt. Während der Hitzewelle Ende Juni sei sie im Training an Grenzen gestoßen, auch weil die Kinder nachts schlecht schliefen und sie kaum Regenerationszeit fand. Ihr Ziel für Roth lautete, auf der schnellen Strecke ihre eigene Bestzeit anzugreifen, auch wenn diese voraussichtlich nicht mehr für eine Topplatzierung in einem international stark besetzten Rennen reichen würde, acht Jahre nachdem die Südhessin dort die Sternstunde ihrer Karriere erlebte, als sie das Rennen gewann.Stattdessen geriet sie schon beim Schwimmen mehr in Rückstand als erhofft. Und auf dem Rad kamen Rückenschmerzen auf, die sie als psychisch bedingt diagnostizierte. An diesem Tag in Roth sollte sie noch häufiger anhalten, manches Mal in Tränen aufgelöst, besonders als sie sich zu ihren Kindern am Straßenrand setzte, wie sie später berichtete. Und doch setzte sie die Challenge Roth fort und beendete sie mit dem abschließenden Marathonlauf sogar nach großem Kampf in emotionalem Ausnahmezustand.Noch ist nicht klar, ob es Bleymehls letztes Rennen gewesen ist oder ob sie die Ironman-WM auf Hawaii im Oktober als Abschiedswettkampf angehen wird. „Ich muss schauen, ob ich die Kraft finde, mich für Hawaii zurück in die Spur zu bringen“, sagt Bleymehl. Ob sie ein letztes Mal angreifen will in ihrer langen, erfolgreichen Karriere – und das beim härtesten Langdistanzrennen des Jahres in Kona. „Ich werde ehrlich zu mir selbst sein“, kündigt Bleymehl an. Ob sie noch eine wochenlange Wettkampfvorbereitung und einen zehrenden Renntag machen will beziehungsweise machen kann – sie wird es bald entscheiden müssen.
Triathletin Daniela Bleymehl will Karriere beenden
Spätestens nach der Ironman-WM wird Triathletin Daniela Bleymehl ihre Karriere beenden. Die Mutter von drei Kindern spürt, dass sie im Privatleben ihren eigenen Ansprüchen nicht gerecht werden kann.








