Eine gewaltige Lawine hat am Donnerstagvormittag am Broad Peak (8051 Meter) in Pakistan zehn Bergsteiger erfasst. Sie stammten aus Nepal, Pakistan, China und den USA. Das nepalesische Expeditionsunternehmen Elite Exped, dessen Mitgründer Nirmal Purja ebenfalls zu den vermissten gehörte, bestätigte am Samstag nun den Tod der Bergsteiger: „Mit tiefer Trauer und unermesslichem Kummer müssen wir bestätigen, dass Nirmal ‚Nimsdai‘ Purja durch die Lawine am Broad Peak auf tragische Weise ums Leben gekommen ist. Uns wurde zudem bestätigt, dass auch andere Mitglieder der Expedition leider nicht überlebt haben.“ Nirmal Purja hat in den vergangenen Jahren gleich mehrere Rekorde an den höchsten Bergen der Welt aufgestellt. Er hatte 57-mal den Gipfel eines Achttausenders erreicht.Obgleich diese Nachricht zu erwarten war, stand sie im Widerspruch zu der ausdrücklichen Bitte der pakistanischen Behörden und des Pakistanischen Alpenvereins (ACP), die erklärt hatten, man werde die Todesfälle erst bestätigen, wenn die Leichen gefunden und ordnungsgemäß identifiziert worden seien. Naila Kiani, eine pakistanische Bergsteigerin und Sprecherin des ACP, sagte dennoch laut BBC: „Wir befürchten, dass sie alle ums Leben gekommen sind.“Blick auf den Broad Peak (links)AFPBereits am Freitagvormittag konnten die Leichname von Nadhira Al Harthy, der ersten Frau aus dem Oman, die es 2019 auf den Gipfel des Mount Everest (8848 Meter) geschafft hatte, und von Pur Bahadur „Yukta“ Sherpa gefunden werden. Sie wurden von der Lawine, deren gewaltiges Ausmaß in Videos in den Sozialen Medien deutlich wird, etwa 1700 Höhenmeter bis an den Fuß des Berges in die Tiefe gerissen. Al Harthys GPS-Tracker lokalisierte die Bergsteigerin in 4.893 Metern Höhe.Das Bein von Mallory Geis wurde nahe des Basislagers gefundenZudem war an dieser Stelle, nur etwa anderthalb Stunden vom Broad Peak-Basislager entfernt, eine abgetrennte Gliedmaße gefunden worden, bei der es sich um ein Bein der US-amerikanischen Bergsteigerin Mallory Geis handeln soll, deren erster Achttausender der Broad Peak werden sollte. Außerdem wurden dort der Rucksack und ein Satelliten-Kommunikationsgerät des pakistanischen Bergsteigers Sohail Sakhi gefunden.Laut Alpine Club of Pakistan (ACP) sind die anderen sechs Bergsteiger in der Nähe von Lager 1 in etwa 5900 Metern Höhe zum Liegen gekommen – an einem „äußerst schwer zugänglichen und gefährlichen Ort, an dem eine Bergungsaktion aufgrund des schwierigen Geländes und der vorherrschenden Bedingungen in den Bergen mit erheblichen Risiken verbunden“ ist.Der nepalesische Expeditionsveranstalter Mingma Gyalje „Mingma G“ Sherpa, dessen Unternehmen die Drohne für die Suche nach möglichen Überlebenden zur Verfügung gestellt hatte, und der sich am Samstag zu Fuß auf den Weg machte, erklärte, man wolle alles versuchen, um die Leichen der Bergsteiger zu bergen. „Wir bringen Euch nach Hause, damit sich Eure Familien von Euch verabschieden können.“Laut ACP konnte am Samstag der Leichnam von Gyalu Sherpa geborgen werden. Am Sonntag ist ein 8-köpfiges Team von Bergsteigern aus Pakistan und Nepal gegen 9 Uhr Ortszeit am Lager 1 angekommen, um weitere Verunglückte zu bergen.