Ohne die grössten Aushängeschilder sind ganze Sportarten nur die Hälfte wert – das verdeutlicht die Sommer-Soap mit LeBron JamesFast jedes NBA-Team riss sich heuer um LeBron James, die halbe Saisonplanung hing von seiner Klubwahl ab. Ligen und Verbände unternehmen alles, um ihre Superstars möglichst lange im Wettbewerb zu behalten.02.08.2026, 05.30 Uhr2 LeseminutenSeine Zeit bei den Los Angeles Lakers ist vorbei – für seine 24. Saison wählte LeBron James die Philadelphia 76ers aus.Alonzo Adams / ImagoStehen die prägendsten Stars einer Sportart kurz vor dem Rücktritt, wird ihnen nochmals grosszügig der Teppich ausgerollt.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Wie sonst lässt sich die Bevorzugung Cristiano Ronaldos durch den Weltfussballverband (Fifa) erklären? Der 41-jährige Portugiese hätte die ersten zwei WM-Spiele eigentlich wegen einer Rotsperre verpasst, aber die Fifa setzte die Spielsperren auf Bewährung aus – und schwups war Ronaldo doch von Anfang an dabei.Oder die Privilegien Lionel Messis, des anderen Fussball-Superstars der vergangenen zwei Dekaden? Die Schiedsrichter hätten den 39-Jährigen an der WM mehrfach bevorteilt, lautete ein häufig vorgebrachter Vorwurf. Viele Szenen schienen das zu belegen. Werden die Stars etwa hofiert? Die WM findet halt nur alle vier Jahre statt, und was ist sie schon ohne ihre grössten Aushängeschilder.Solche Vorzugsbehandlungen gibt es aber nicht nur im Fussball. Das verdeutlicht ein Blick auf LeBron James. Er ist neben Michael Jordan der grösste Star in der Geschichte des Basketballs.Während sich Ronaldo in Saudiarabien den Karriereherbst vergolden lässt, will der gleichaltrige James weiterhin kompetitiven Basketball spielen. Doch er hat gemerkt, dass die Los Angeles Lakers dafür das falsche Team sind. So war er jüngst für einige Wochen ein Free Agent, ein Spieler also, der ablösefrei zu haben ist und sich seinen neuen Klub selbst aussuchen kann. Fast alle NBA-Teams buhlten um ihn.Die Miami Heat griffen dabei zu einer Trickserei. Der Klub, mit dem James 2012 und 2013 die Championship gewonnen hatte, verschickte den Journalisten einen Youtube-Link zur Pressekonferenz, an der ihr neu-alter Superstar vorgestellt werden sollte. Später löschte die Franchise den Link: Die Kommunikationsabteilung habe lediglich alles vorbereitet für den Fall, dass der Oldie tatsächlich in den Sunshine State zurückkehre. Oder sollte der verwirrende Move dazu führen, dass James fast schon in Miami unterschreiben muss? Funktioniert hat der Trick jedenfalls nicht, «King James» wird seine 24. NBA-Saison mit den Philadelphia 76ers absolvieren.Für die Klubwahl hatte sich James allerdings so lange Zeit gelassen, dass irgendwann sogar der NBA-Commissioner Adam Silver ungeduldig wurde. Er hatte James öffentlich dazu aufgefordert, die Sommer-Soap um seinen Wechsel zu beenden und sich endlich festzulegen. Schliesslich will die NBA ihre Saison planen. Wer spielt im Eröffnungsspiel gegeneinander? Und wer im Christmas Game? Es sind die wichtigsten Termine mit den höchsten Einschaltquoten im NBA-Kalender – LeBron James’ Klubwahl matters! Denn er beschert der weltbesten Basketballliga selbst mit 41 Jahren noch Hunderte Millionen Dollar an zusätzlichem Umsatz.Ohne die grössten Stars sind ganze Sportarten nur die Hälfte wert. Deshalb unternehmen Verbände und Klubs alles, um sie möglichst lange im Wettbewerb zu behalten. Und sei es, dass sie sich dabei selbst einen Korb legen.Ein Artikel aus der «NZZ am Sonntag»Passend zum Artikel
Superstars wie LeBron James: Die entscheidende Rolle im Weltsport
Fast jedes NBA-Team riss sich heuer um LeBron James, die halbe Saisonplanung hing von seiner Klubwahl ab. Ligen und Verbände unternehmen alles, um ihre Superstars möglichst lange im Wettbewerb zu behalten.










