In diesen Wochen fluten wieder Millionen Reisefotos die Social-Media-Kanäle. Urlauber stellen sich an den zu Tode fotografierten Touristen-Hotspots auf und dokumentieren für sich und ihre Follower: Auch ich am Eiffelturm, in der Sagrada Família, an den Faraglioni-Felsen auf Capri. Sollte das Wetter zu grau gewesen sein, kein Problem. Die mit KI zur Perfektion gebrachten Bildbearbeitungsprogramme tauschen die flauen Wolken gegen blütenweiße aus, und auch die matten Farben werden auf Knopfdruck kraftvoll wie glänzendes Bonbonpapier. Selbst ein dunstiger Sonnenuntergang wird in eine orangerote Feuerorgie verwandelt, die sogar die gekräuselte Meeresoberfläche zu entzünden scheint. Dass das Foto eine Wirklichkeit suggeriert, die es so nie gegeben hat, spielt keine Rolle. Hauptsache, das Bild fesselt die Aufmerksamkeit und führt zu Klicks. Das Leben – das sollen diese frisierten Bilder sagen – ist ein Traum und der Reisende mittendrin.
Fotografieren im Urlaub: Jenseits des Sonnenuntergangs
Nie wurden mehr Urlaubsfotos geschossen, doch etwas fehlt den Bildern: Helfen könnte eine Ausstellung in der Wiener Albertina zur Reisefotografie.







