Nach der Debatte um ein Kind auf dem Festwagen von Immoscout24 beim Berliner Christopher Street Day (CSD) prüft das Unternehmen das Verhalten seiner Mitarbeiter. Ob Kinder künftig noch auf dem eigenen Wagen mitfahren dürfen, ließ das Immobilienportal auf Anfrage der Berliner Zeitung offen. Der Vorfall trifft auf eine Diskussion, die nach Angaben eines Kinderschutzaktivisten bereits seit Jahren geführt wird.
Auslöser der aktuellen Kritik am Umgang mit Minderjährigen auf dem CSD sind Aufnahmen eines Mitarbeiters auf dem Immoscout24-Wagen. Auf den Videos ist neben einem Kind ein Mann mit einem Schild mit der Aufschrift „Anal?“ zu sehen. Derselbe Mitarbeiter zeigt sein entblößtes Gesäß. Immoscout24 kündigte eine Aufklärung des Falls an.
„Im Rahmen der internen Aufarbeitung prüfen wir die Regeln für künftige Teilnahmen am CSD. Diesem Ergebnis wollen wir nicht vorgreifen“, teilte ein Sprecher des Unternehmens der Berliner Zeitung mit. Zu den beteiligten Mitarbeitern sowie zum Kind selbst wollte sich das Unternehmen mit Verweis auf Persönlichkeits- und Datenschutz nicht äußern.
Kinderschützer betont falsche Prioritäten
Für Dennis Engelmann kommt die Debatte nicht überraschend. Der unabhängige Kinderschutzfachberater kritisiert seit Jahren, dass auf CSD-Veranstaltungen Kinder mit Inhalten konfrontiert würden, die er nicht für altersgerecht halte. „Aus meiner Sicht wird der Kinderschutz hier eklatant verfehlt“, sagt Engelmann der Berliner Zeitung. „Solange auf CSD-Veranstaltungen oder Teilen davon Fetischdarstellungen, Nacktheit oder sexualisierte Inszenierungen stattfinden, haben Kinder dort schlichtweg nichts zu suchen.“






