Zum Jahrestag der Propagandaspiele findet kein Erinnern statt. Wie geschichtsvergessen ist die Stadt Berlin, die vom IOC den Zuschlag für 2036 möchte?

Keine Ergebnisse gefunden“. Das kommt raus, wenn man auf der Website der Initiative für eine Berliner Olympiabewerbung die Jahreszahl „1936“ eingibt. Die Site gibt es im Auftrag der Berliner Senatskanzlei.

Dabei gibt es durchaus einen aktuellen Anlass, nach Veranstaltungen und Veröffentlichungen zum Thema „1936“ zu suchen. Genau vor 90 Jahren, am 1. August 1936, hatte nämlich Adolf Hitler in Berlin die Olympischen Sommerspiele eröffnet.

Wenige Monate zuvor waren in Garmisch-Partenkirchen die Winterspiele zu Ende gegangen, und der bayerische Skiort hat 2026 mit einer Veranstaltungsreihe und einer historisch fundierten Website versucht, sich dem schwierigen Erbe zu stellen. In Berlin gibt es nichts dergleichen.

Dafür aber kann man hier alles erklären. „Die Auseinandersetzung mit 1936 ist fester Teil der Berliner Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele“, sagt Senatssprecherin Christine Richter zur taz. Die Stadt will die Olympia im Jahr 2036 ausrichten, und nicht nur in der internationalen Wahrnehmung deutet das Datum auf so etwas wie Jubiläumsspiele hin.