Berlin streitet seit Monaten über einen Gegenstand von etwa einem Meter Höhe. Stahl, rot-weiß lackiert, festgeschraubt.Rot-Weiß ist die deutsche Farbe des Ausnahmezustands. Sie steht an der offenen Baugrube und am geborstenen Rohr, und sie gibt ein Versprechen ab: Das hier geht vorbei.In Berlins Wohnstraßen steht sie jetzt für die Ewigkeit.Über die Poller wird vor Gericht gestritten, im Wahlkampf und demnächst per Volksbegehren. Das Uglymeter hält sich aus alldem raus und schaut sich das Ding einfach mal an.Das Ergebnis ist für beide Lager unangenehm.

Poller in Berlin: Selbst dem Bezirk sind sie peinlich

Die Poller, um die im Ostkreuz-Kiez gestritten wird, sind aus Stahl, rot-weiß lackiert. Autos müssen abbiegen, Räder und Fußgänger kommen durch.Funktional ist das sauber gelöst. Gestalterisch steht da ein Absperrpfosten, wie er auch eine Grube auf der A100 sichern würde.Und genau das steht seit anderthalb Jahren vor dem Eingang des Kino Intimes.

Kurz vor Weihnachten 2024 wurden die Poller in der Niederbarnimstraße gesetzt, und irgendwer hat ihnen Mützen aufgezogen. Die Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann fand das hübsch genug, um ein Foto davon zu posten, mit Grüßen aus der Niederbarnimstraße und guten Wünschen fürs neue Jahr.Man stickt keine Bezüge für Dinge, die man gern ansieht. Der Trick funktioniert bei Toilettenpapierrollen, und er funktioniert aus demselben Grund bei Pollern.