Ein Unwetter mit Hagel, Starkregen und heftigen Sturmböen ist am Freitagabend über den nördlichen Landkreis Freising gezogen und hat zum Teil erhebliche Schäden angerichtet. In mehreren Gemeinden kam es zu Stromausfällen, die Bahnstrecke zwischen Freising und Moosburg musste zwischenzeitlich gesperrt werden. In Moosburg retteten Helfer mehrere Menschen von einer Kiesbank in der Isar.Der Zwischenfall an der Isar ereignete sich zu Beginn des Unwetters auf Höhe des Flugplatzes „Auf der Kippe“. Mehrere Personen waren offenbar von Sturm und Regen überrascht und auf einer Kiesbank eingeschlossen worden. Feuerwehr, Wasserwacht und andere Rettungskräfte eilten zu Hilfe und befreiten die Gruppe aus ihrer misslichen Lage. Verletzt wurde niemand. Um die Eingeschlossenen erreichen zu können, mussten mehrere umgestürzte Bäume im Bereich des Isardamms entfernt werden, wie die Moosburger Feuerwehr noch in der Nacht meldete.Auch im übrigen Stadtgebiet von Moosburg waren zahlreiche Einsätze zu bewältigen. Wegen der Vielzahl wurde die Sirene zur Nachalarmierung weiterer Helfer ausgelöst. Insgesamt meldete die Feuerwehr allein in Moosburg in gut fünf Stunden mehr als 50 unwetterbedingte Einsätze, darunter vor allem umgestürzte Bäume und überflutete Straßen.Erhebliche Behinderungen gab es auf der Bahnstrecke zwischen Freising und Moosburg, weil Bäume und Äste auf die Gleise gefallen waren. Auch hier waren die Feuerwehren gefragt, die „mit Hochdruck daran arbeiteten, die Probleme zu beheben“, wie Kreisbrandrat Manfred Danner sagte.Abgebrochene Äste und umgestürzte Bäume haben den Bahnverkehr zwischen Freising und Moosburg zwischenzeitlich gestoppt. Feuerwehr, ohIn Mauern, Hörgertshausen sowie in Teilen der Gemeinde Zolling fiel dem Landratsamt zufolge der Strom zeitweise aus. In Hörgertshausen dauerte der Ausfall an, das Feuerwehrhaus wurde als Anlaufstelle für die Bürgerinnen und Bürger eingerichtet. Das „Konzept Leuchtturm“ habe sich bewährt, so Danner: „Bürger können sich im Notfall ans Feuerwehrhaus wenden.“Im gesamten Landkreis Freising wurden aus der Nacht mehr als 100 Einsätze gemeldet, insgesamt waren mehr als 30 Feuerwehren bis in die Morgenstunden und darüber hinaus im Einsatz. Dabei teilte die Unwetterfront den Landkreis offenbar in zwei Hälften, in Neufahrn oder der Stadt Freising regnete es teilweise nicht einmal richtig, wohingegen eine Motorradfahrerin ihre Heimfahrt auf der Social-Media-Plattform Facebook ziemlich drastisch beschreibt: „In Moosburg muss sowas wie ein Tornado durch sein. Ich bin von München über Freising gefahren, das war ab Freising eine Schneise der Verwüstung. Bin heilfroh, dass ich gut heimgekommen mit dem Moped.“Bis spät in die Nacht dauerten die Aufräumarbeiten für die Feuerwehren an. Feuerwehr, ohDie Facebook-Kommentare aus der Nacht zeichnen auch ansonsten ein Bild vom Ausmaß der Schäden: zerstörte Dächer, umgestürzte Bäume und Fahnenmasten, ein Trampolin, das über die Mauer des Nachbarn geweht wurde. Auf den Zollinger Kindergarten ist offenbar ein Baum gestürzt und in Nandlstadt musste die Moosburger Straße vom Zeilerberg bis zum Hopfengarten komplett gesperrt werden. Die Gemeinde warnt, dass das auch zu Einschränkungen im Linienbusverkehr führen wird.Doch es gab nicht nur Schreckensmeldungen, manch einer dachte auch praktisch: „Falls jemand eine bis auf etwa zwölf Meter ausfahrbare Leiter übers Wochenende benötigt zwecks Sturmschäden, Dach etc., hätte da eine!“ Der Mann könnte in den kommenden Tagen durchaus gefragt sein.