Während sich die Waldbrandlage an der französischen Atlantikküste sowie in der Region rund um Spaniens Hauptstadt Madrid entspannt, kämpfen Einsatzkräfte in anderen Teilen Südeuropas weiter gegen neue Feuer. Hohe Temperaturen, Trockenheit und teils stürmische Winde erschweren die Löscharbeiten. Bei starkem Wind breiten sich in Griechenland mehrere große Wald- und Buschbrände schnell aus. Die Lage im Überblick.GriechenlandDie größten Fronten in Griechenland liegen rund 60 Kilometer westlich von Athen entfernt, die gewaltigen Rauchwolken sind von der Hauptstadt aus deutlich zu sehen. Erneut wurden mehrere Ortschaften evakuiert. In der Bucht des Ortes Porto Germeno wurden zwölf Menschen durch die Küstenwache vom Strand aus über das Meer gerettet, wie die Zeitung Kathimerini berichtete. An dem Küstenabschnitt verbrannten auch mindestens zehn Häuser, wie der Sender Ertnews zeigte. Starker Wind begünstigt, dass sich die Flammen rasend schnell ausbreiten. Im Norden der Halbinsel Peloponnes brennt es ebenfalls an zwei Fronten.Im Westen Athens können Anwohner den Rauch, der von Waldbränden an den Hängen des Poikilo-Berges aufsteigt, deutlich sehen. Lefteris Partsalis/XinHua/dpaDen großen Waldbrand im Süden der Urlaubsinsel Kreta hat die Feuerwehr mittlerweile im Griff. Wegen der starken Winde seien Löscharbeiten aus der Luft aber noch immer nicht möglich, gleichzeitig heizten die Windböen bestehende Glutnester an, sodass immer neue kleinere Brände aufflammten. Unterdessen laufen die Untersuchungen zur Brandursache; es wird gemutmaßt, dass das Feuer durch Schäden an Strommasten entstanden sein könnte.Für sämtliche Brände in Griechenland können Meteorologen bislang keine Entwarnung geben – es soll weiterhin sehr stark winden. An diesem Samstag gilt für die Region um Athen und die Südhälfte der Insel Euböa mit Stufe 5 der höchste Grad der Waldbrandgefahr. Die zweithöchste Stufe umfasst Teile Kretas und der Peloponnes sowie Ägäisinseln wie die Kykladen, Chios und Lesbos.FrankreichIm südfranzösischen Département Var, zwischen Marseille und Cannes, ist ein Brand wieder aufgeflammt, der sich nach Behördenangaben schnell ausbreitet. Innerhalb weniger Stunden wurden am Freitag 1000 Hektar verwüstet, wie die Präfektur mitteilte. Etwa 2500 Menschen mussten demnach in Sicherheit gebracht werden. Die Feuerwehr konzentriere sich darauf, sensible Stellen zu schützen und das Vorrücken des Feuers einzudämmen, hieß es.An der französischen Atlantikküste stellte die Präfektin von Bordeaux eine „Verbesserung der Lage von Tag zu Tag“ fest. Der dortige Großbrand sei zwar bisher nicht ganz unter Kontrolle, aber die Situation stabil, teilte die Präfektur mit. Der verbrannte Bereich werde auf 42 000 Hektar geschätzt – eine Fläche etwa viermal so groß wie Paris. Die Präfektur entschied, dass Menschen in mehrere zuvor evakuierte Orte zurückkehren können. Mittlerweile durften den Angaben nach 198 000 der 224 000 Betroffenen nach Hause.Waldbrände:„Hau ab, Papa, hau ab!“Hunderttausende Menschen mussten bislang in Südeuropa ihr Zuhause verlassen, um sich in Sicherheit zu bringen. Nicht alle haben die Notwendigkeit eingesehen. Jetzt kehren die Ersten zurück – und sind entsetzt von den Narben, die das Feuer hinterlassen hat.SpanienIn Spanien sind die verheerenden Waldbrände in den Regionen Madrid, Ávila und Toledo inzwischen weitgehend eingedämmt. Einsatzkräfte arbeiteten allerdings am Freitag in der nordwestlichen Provinz Zamora weiter daran, die bestehenden Brandherde in Wohnhäusern zu löschen und Ausbreitungen einzudämmen, wie das Verteidigungsministerium mitteilte.Grund zur Erleichterung gibt es in der Provinz Castellón im Osten des Landes: Der große Waldbrand im Gebiet Vall d'Uixó nördlich von Valencia, in dem mehr als 9500 Hektar zerstört wurden, breitete sich nach Behördenangaben nicht weiter aus. Rund 2800 Menschen dürften deshalb in ihre Häuser in den Gemeinden Eslinda und Artana zurückkehren, kündigte der verantwortliche Beamte für Notfälle der Regionalregierung von Valencia, Juan Carlos Valderrama, an. Die meisten Evakuierungen und Ausgangsbeschränkungen wurden in Spanien inzwischen aufgehoben.Pelayos de la Presa: Ein Anwohner steht vor seinem Haus, das durch den Waldbrand vollständig niedergebrannt ist. Alejandro Martínez Vélez/EUROPTürkeiNach drei Tagen intensiver Löscharbeiten teilten die türkischen Behörden am Freitag mit, dass die meisten der großen Waldbrände, die im Westen und Süden des Landes ausgebrochen waren, unter Kontrolle seien. Landwirtschafts- und Forstminister Ibrahim Yumakli erklärte in einem Beitrag auf der Plattform X, dass die Großbrände an mindestens fünf Stellen eingedämmt worden seien.In der Ägäis-Provinz Aydin und der nordwestlichen Provinz Balikesir kämpften die Einsatzkräfte den Angaben nach aber weiterhin gegen die Flammen. Die Bemühungen konzentrierten sich dem staatlichen Sender TRT zufolge darauf, verbleibende Brandherde zu löschen und ein Wiederaufflammen zu verhindern. Im Südosten des Landes konnten vereinzelte Waldbrände gelöscht werden, bevor sie sich ausbreiteten, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete.
Brände in Griechenland wüten heftig - Frankreich und Spanien melden Entspannung
Nahe Athen breiten sind Waldbrände rasant aus und in Südfrankreich fliehen Tausende vor neuen Flammen. Andernorts bessert sich die Lage bereits.











