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Als die Angst kam, war Andreas Bönte Mitte 30. Gerade hatte er noch als Journalist erfolgreich vor Kameras gestanden, nun litt er unter Schlaflosigkeit, Zwangsgedanken und ständiger Unruhe. Es folgten Panikattacken. Erst nach Monaten in einer Klinik ging es Bönte besser. Während einer Familienfeier sprach er mit seinem Onkel darüber. »Du weißt schon, dass deine Mutter so eine Therapie nie machen würde«, habe der gesagt, »denn dann müsste sie über den Selbstmord unseres Vaters sprechen.«

Der heute 67-Jährige erfuhr damals nicht nur, dass sein Großvater sich das Leben genommen hatte. Sondern auch, dass er an einem der schwersten Verbrechen des Nationalsozialismus, den Pogromen im November 1938, beteiligt gewesen war. Jahre später begann Bönte, sich mit seiner Familiengeschichte und den Folgen der autoritären NS-Ideologie auseinanderzusetzen – und erkannte, wie sehr beides sein Leben beeinflusst hat. Heute sagt er, die Recherche zu seinem Großvater, aus der auch sein Buch Die Vergangenheit in mir entstand, habe ihm geholfen, mit seiner psychischen Erkrankung umzugehen.