Kiel (dpa/lno) - Wer bisher noch keinen Ausbildungsvertrag in der Tasche hat, muss nach Einschätzung der IHK Kiel die Hoffnung für dieses Jahr nicht aufgeben. Viele Unternehmen suchten nach wie vor motivierte Nachwuchskräfte und böten attraktive Ausbildungsplätze in unterschiedlichsten Branchen an. Besonders gefragt seien derzeit Nachwuchskräfte unter anderem im Einzelhandel, in Verkehr und Logistik, im Metall- und Schiffbau sowie im Hotel- und Gaststättengewerbe, teilte die IHK mit. Für nahezu jedes Talent und jedes Interesse gebe es passende berufliche Perspektiven.Nicht nur den Traumberuf suchenDer Leiter des Geschäftsbereichs Aus- und Weiterbildung der IHK zu Lübeck, Sebastian Grothkopp, rät, offen für verschiedene Berufe zu bleiben und nicht nur den einen Traumberuf in Betracht zu ziehen. Interessenten sollten Praktika nutzen, um Berufe kennenzulernen, die Beratungsangebote der Arbeitsagentur, der Kammern und der Schulen in Anspruch nehmen und auch Ausbildungsplätze außerhalb des unmittelbaren Wohnortes prüfen. Außerdem biete das direkte Ansprechen von Unternehmen eine Chance. Viele Betriebe freuen sich nach Grothkopps Angaben auch kurzfristig über Bewerbungen.Empfehlung für ZukunftsberufeGroßes Zukunftspotenzial hätten Berufe, die die Themen Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Energiewende miteinander verbinden. Dazu gehören nach Grothkopps Angaben etwa Fachinformatiker, Kaufleute für Digitalisierungsmanagement, Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, Mechatroniker, Fachkräfte für Lagerlogistik, Berufe rund um erneuerbare Energien und Gebäudetechnik sowie Verfahrensmechaniker und weitere industrielle Produktionsberufe.Ausbildungsstart für rund 6.400 junge Leute„Einige dieser Berufe sind in der Öffentlichkeit weniger präsent als klassische kaufmännische Ausbildungsberufe, bieten aber hervorragende Karriere-, Weiterbildungs- und Verdienstmöglichkeiten“, so Grothkopp.Für rund 6.400 junge Menschen in Schleswig-Holstein beginnt den IHK-Angaben zufolge am 1. August die Ausbildung. In einigen Berufen beginnt die Ausbildung am 1. September, sodass die IHK noch weitere Ausbildungsverträge erwarten.Weniger Ausbildungsverträge als im Vorjahr abgeschlossenAktuell liege die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge 6,2 Prozent unter dem Vorjahreswert. Das sei vor allem auf Umstellung von G8 auf G9 an den meisten Gymnasien zurückzuführen. Da es dort keinen regulären Abiturjahrgang gebe, fehlten Bewerberinnen und Bewerber. Auch die Handwerkskammer Lübeck macht jungen Leuten auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz Mut. Bewerbungen an Handwerksbetriebe könnten jetzt noch geschickt werden. Noch könnten sich Änderungen ergeben und dadurch auch Plätze wieder frei werden. Auch sei der Ausbildungsstart im Handwerk nicht auf den 1. August beschränkt, in einigen Fällen sei auch ein späterer Start möglich.Freiwilliges Handwerksjahr bietet EinblickeDie Handwerkskammer Lübeck biete auch Beratung in der Vermittlung von Ausbildungsplätzen an. Außerdem sei das Freiwillige Handwerksjahr eine Option für Unentschlossene. Hierbei werden maximal vier Berufspraktika von jeweils drei Monaten absolviert, die einen Einblick in den Arbeitsalltag und den Betrieb ermöglichen.© dpa-infocom, dpa:260801-930-469598/1