Evelyn Palla, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG

Die Chefin der Deutschen Bahn (DB), Evelyn Palla, hat eine »organisierte Verantwortungslosigkeit« im Staatskonzern beklagt. Das müsse der Vergangenheit angehören, sagte Palla der »Welt am Sonntag«. Pünktlichkeit beginne mit einer »klaren und transparenten Verantwortungsallokation an der richtigen Stelle«.

Palla sagte der Zeitung: »Wesentliche Entscheidungen auch zu operativen Verbesserungen wurden häufig zentral in der Konzernleitung getroffen.« Diejenigen in der Zentrale, die diese Entscheidungen getroffen hatten, hätten jedoch keine Verantwortung für die Umsetzung in der Fläche getragen.»Umsetzen mussten es die Kollegen draußen. Die wiederum haben gesagt: Das habe ich nicht entschieden, und das funktioniert bei mir auch nicht.« In der Zentrale habe es dann geheißen, die in der Fläche hätten es nicht richtig umgesetzt. »Das war am Ende so etwas wie organisierte Verantwortungslosigkeit.

»Damit kam man oft jahrelang durch«Die Managerin kritisierte auch, dass in der Vergangenheit bei mehrfachen Zielverfehlungen kaum Konsequenzen gezogen worden seien. »Man musste nur gut genug erklären, warum die Ziele nicht erreicht werden konnten. Damit kam man oft jahrelang durch.«