Als sie vom Anschlag auf den CSD hört, ist die Autorin in San Francisco. Dabei erinnert sie sich an Harvey Milk und seinen gewaltsamen Tod 1978.

Filmszene aus „Milk“ mit James Franco und Sean Penn

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Als am Samstag mein Handy aufleuchtete, weil in sämtlichen Gruppenchats gleichzeitig nachgefragt wurde, ob alle in Sicherheit sind, brauchte ich ein paar Sekunden, um zu verstehen, was passiert war. Während in Berlin um 23 Uhr langsam klar wurde, dass ein Attentäter den CSD angegriffen hatte, lief ich in der Mittagssonne durch San Francisco. Vor mir lag das National AIDS Memorial.

Auf meinem Handy prasselten im Sekundentakt SMS von Freun­d*in­nen und Pushnachrichten von News-Apps ein. Am Mahnmal vor mir tanzten Menschen unterschiedlicher Geschlechtsidentitäten, jeden Alters und verschiedener Herkunft mit bunten Batiktüchern. Um ihrer verstorbenen Freun­d:in­nen zu gedenken, als Zeichen der Resilienz, als Zeichen von Freude, als Widerstandspraxis und vor allem, um Gemeinschaft zu zelebrieren.