PfadnavigationHomePanoramaGroßbritannien„Szene des Grauens“ – Bestatter zu 20 Jahren Haft verurteiltStand: 17:09 UhrLesedauer: 2 MinutenKaren Dry spricht zusammen mit anderen vom Fall betroffenen Familien zu JournalistenQuelle: Scott Heppell/PA Wire/dpaIm britischen Hull bricht ein Bestatter jedes Versprechen an Trauernde. Er lässt Leichen jahrelang verrotten, händigt falsche Asche aus und kassiert heimlich Spenden. Ein Gericht verhängt nun eine lange Haftstrafe gegen den Unternehmer.Ein britischer Bestatter ist wegen unwürdigen Umgangs mit Verstorbenen zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der Leiter eines Bestattungsunternehmens wurde schuldig gesprochen, Leichen über Monate hinweg unsachgemäß aufbewahrt, Angehörigen die falsche Asche ausgehändigt und bei Trauerfeiern gesammelte Spenden veruntreut zu haben. Die Straftaten hatten sich über einen Zeitraum von zwölf Jahren in der englischen Stadt Hull ereignet.In den fünf Tagen vor dem Urteil berichteten mehr als 200 Geschädigte von den Auswirkungen der Taten des Angeklagten. So sagte eine Frau aus, ihr sei ein kleiner blauer Sarg mit den sterblichen Überresten ihres totgeborenen Sohnes übergeben worden. Ein Jahr später fanden Ermittler die Asche des Kindes in einer braunen Papiertüte auf dem Boden der Räumlichkeiten des Bestattungsunternehmens. Etwa 50 Menschen erfuhren, dass man ihnen nicht die Asche ihrer Angehörigen ausgehändigt hatte, sondern die von fremden Menschen.Lesen Sie auchZudem betrog der 48 Jahre alte Angeklagte mehr als 170 Menschen um insgesamt 562.000 Pfund, unter anderem durch Geld für fingierte Bestattungsvorsorgeverträge. Darüber hinaus nahm er bei Trauerfeiern im Namen der Hinterbliebenen Bargeldspenden entgegen, leitete diese jedoch nicht an Wohltätigkeitsorganisationen weiter.Der Fall kam im März 2024 ans Licht, als der Angeklagte Urlaub machte und die Geschäftsführer eines anderen Bestattungsunternehmens bat, während seiner Abwesenheit auszuhelfen. Ein Mitarbeiter des Instituts sagte den Geschäftsführern des anderen Unternehmens, dass Leichen bereits seit Jahren auf dem Gelände lägen. Lesen Sie auchDie eingeschaltete Polizei stieß in dem Bestattungsinstitut auf eine „Szene des Grauens“, wie die Staatsanwaltschaft erklärte: Leichen in unterschiedlichen Verwesungsstadien waren in den Regalen eines Kühlraums gelagert, und eine nackte Leiche lag auf einer Trage am Boden.AP/doli