Der Streit zwischen der Deutschen Bahn und dem ZDF entwickelt sich zu weit mehr als einem Streit über zwei fehlerhafte Zahlen. Nachdem der Sender seine Dokumentation „Am Puls mit Dunja Hayali – Unsere Bahn: geliebt, verflucht – gefährlich?“ bereits an zwei Stellen korrigiert hat, will die Bahn den Konflikt dennoch nicht auf sich beruhen lassen. Im Gegenteil: Das bundeseigene Unternehmen drängt weiter darauf, den Film aus der Mediathek zu entfernen, wie die FAZ zuerst berichtete. Die Bahn verweist dabei auf eine neue Rechtsprechung, die für den investigativen Journalismus durchaus Sprengkraft besitzt.
Bahn beanstandet Vergleich der Pünktlichkeitswerte mit Belgien
Dass das ZDF überhaupt Änderungen vorgenommen hat, geschah nicht freiwillig. Am Tag der TV-Ausstrahlung ließ die Deutsche Bahn den Sender anwaltlich abmahnen. Im Fokus standen zwei Passagen; zum einen die Behauptung, die Bahn verfüge über kein einziges digitales Stellwerk. Tatsächlich sind nach Angaben des Unternehmens inzwischen drei vollständig digitale Stellwerke in Betrieb, weitere arbeiten mit einzelnen digitalen Komponenten.
Zum anderen beanstandete die Bahn den Vergleich der Pünktlichkeitswerte mit Belgien. Während die Doku den deutschen Fernverkehr den belgischen Gesamtzahlen gegenüberstellte, hält die Bahn nur einen Vergleich desselben Verkehrssegments für zulässig.










